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Nachhaltig wohnen und einrichten

Zertifiziertes Holz aus europäischer Forstwirtschaft statt exotischer Tropenhölzer: Nachhaltiges Leben findet  auch in den eigenen vier Wänden statt. Denn immer mehr Hersteller setzen auf nachhaltig produzierte Möbel. Wir erklären, worauf es ankommt.

Nachhaltig wohnen: 10 Tipps

1. Hochwertige Möbel statt billige “Schnäppchen” kaufen
2. Auf das FSC-Siegel achten und Tropenhölzer meiden
3. Nach Herkunft der Hölzer fragen
4. Nicht jedem neuen Möbeltrend folgen
5. Second-Hand Möbel kaufen
6. Bambus statt Holz
7. Wohntextilien aus organischer Baumwolle kaufen
8. Möbel aus recycelten Materialien sind im Trend
9. Alte Möbel restaurieren lassen
10. Ausrangierte Möbel nicht auf den Müll werfen, sondern verschenken

Möbel für nachhaltiges Wohnen

Wer sich so umweltveträglich wie möglich einrichten möchte, sollte mal wieder über den Flohmarkt schlendern. Eine Restaurierung alter Möbel ist in der Regel ökologischer als der Neukauf. Grundsätzlich ist es sinnvoll, nicht jedem Wohntrend zu folgen, wenn die eigenen Möbel noch bestens in Schuss sind. Früher kaufte man “Möbel fürs Leben” – Schränke, Betten oder Tische taten über viele Jahrzehnte ihren Dienst. Die Lebenserwartung von Möbeln ist inzwischen leider rapide gesunken. Dazu tragen zum einen die im Vergleich zu früher oft schlechtere Verarbeitung der Möbel und häufig wechselnde Möbeltrends bei.

Nachhaltig einrichten: Möbel fürs Leben

Wer sich neue Möbel kauft, sollte nicht am falschen Ende sparen. Lieber nach und nach und dafür qualitativ gute Möbel aus einheimischer, nachhaltiger Forstwirtschaft kaufen, als die ganze Einrichtung auf einen Schlag und möglichst günstig zum Schnäppchenpreis zu schießen. Sehr günstige Möbel sind oft nicht nur günstig, sondern auch “billig”: schlecht verarbeitet und damit kurzlebig, aus nicht eindeutig zertifizierten Hölzern gefertigt und mit umweltschädlichen Lacken bearbeitet. Die meisten dieser “Schnäppchen” werden zudem in Asien oder Osteuropa zu alles andere als fairen Bedingungen produziert.

Sideboard Elea von hülsta: hochwertige Verarbeitung aus heimischer Natureiche
Sideboard Elea von hülsta: hochwertige Verarbeitung aus heimischer Natureiche

Zu den Herstellern, die ihre Möbel in Deutschland bzw. Europa produzieren und dafür zertifizierte, europäische Laubhölzer verwenden, gehören beispielsweise hülsta, team7 oder e15. hülsta verzichtet vollständig auf die Verwendung von Tropenhölzern. Außerdem fertigen auch viele Schreiner hochwertige Möbel auf Wunsch und nach Maß an – und das zu oftmals moderaten Preisen. Der größte Vorteil qualitativ hochwertiger Möbel: Sie halten wesentlich länger als “Billigmöbel” – und sind damit oftmals auf lange Sicht sogar günstiger als das mutmaßliche “Schnäppchen”, das nach wenigen Jahren schon auf dem Müll landet und gegen ein neues ersetzt wird.

Das FSC-Siegel
Das FSC-Siegel

Auf das FSC-Siegel achten und Tropenhölzer meiden

Achten Sie beim Möbelkauf unbedingt auf das FSC- oder PEFC-Siegel und verzichten Sie am besten ganz auf Tropenhölzer wie Teak oder Bangkirai, die schon aufgrund der langen Lieferwege eine schlechte CO2-Bilanz aufweisen. Das FSC-Siegel bietet laut Greenpeace noch immer den bestmöglichen Nachweis für Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung. Welche Hölzer Sie unbesorgt kaufen können, erfahren Sie im “Greenpeace-Ratgeber Holz- und Wald”.

Eine gute Wahl sind in der Regel FSC-zertifizierte Möbel aus heimischen, europäischen Hölzern aus kontrollierter Forstwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Ahorn, Esche, Buche oder auch Eiche.

Einrichten mit Bambus

Neben Holz gewinnt auch Bambus immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile: Bambus ist hart, aber gleichzeitig leicht und biegsam. Auf Grund der dichten Zellstruktur verliert es kaum an Stabilität, es quellt nicht auf und reagiert kaum auf Luftfeuchtigkeit. Somit haben Möbel aus Bambus eine besonders lange Lebensdauer. Als nachhaltiger Rohstoff ist Bambus heute weltweit beliebt und macht als Boden, Möbel oder Wohnaccessoire eine gute Figur.

Es mag seltsam klingen, dass eine Pflanze, die weite Transportwege hinter sich bringen muss, als ökologisch bezeichnet wird. Doch mehrere Gründe sprechen für Bambus: Wälder werden geschont, die Bambuspflanze ist pflegeleicht, braucht keinen Dünger und keine Pestizide, sie wächst sehr schnell nach, und bereits nach fünf Jahren sind die meterhohen Stämme erntereif.

Zwar ist Bambus in der Möbelindustrie noch nicht weit verbreitet, wird bei Designern jedoch immer beliebter. Sie entwickeln innovative Ideen für moderne Möbel aus Bambus, die in kleinen Stückzahlen produziert und häufig bei den Designern direkt bestellt werden können. Wohnaccessoires aus Bambus sind hingegen weit verbreitet und gibt es in Hülle und Fülle.

Bambus kommt auch bei Bodenbelägen zum Einsatz: Sie werden aus dem verholzenden Riesenbambus Moso gefertigt, welcher bis zu 30 Meter hoch werden kann. Dieser wird in Lamellen aufgespalten, gekocht und anschließend unter hohem Druck verleimt. Hierdurch erhält Bambusparkett einen Holzcharakter, jedoch mit den Vorteilen gegenüber Holz besonders stoß- und kratzfest, sowie resistent gegen Schimmel und Ungeziefer zu sein.

Tipps für Tapete, Farbe, Parkett und Teppich

Sie brauchen zu Hause mal wieder einen Tapetenwechsel? Dann verwenden Sie Recycling-Tapeten, die keine Weichmacher wie CV, VC oder Vinyl und kein Polypropylen und -ethylen (PP/PE) enthalten. Gut geeignet sind auch Vliestapeten. Bei Farben sind Kalk-, Leim-, Kasein- und Silikatprodukte am ökologischsten. Farben, die nur wenig Lösemittel enthalten, das heißt emissionsarm sind, schneiden in punkto Ökobilanz auch gut ab.

Bei Bodenbelägen sollten Sie sich für Parkett, Linoleum oder Kork entscheiden. Sie haben aufgrund ihrer Langlebigkeit und der natürlichen Bestandteile die beste Ökobilanz. Für Teppichböden gilt: bitte schadstoffarm und sozialverträglich produziert! Beim Kauf hilft Ihnen das Label “Der blaue Engel“. Er signalisiert, welche Farbe, welcher Teppich oder Bodenbelag umweltfreundlich ist. Der Nachteil: Soziale Kriterien werden bei der Vergabe nicht berücksichtigt. In diesem Bereich hilft das Label GoodWeave weiter.