Vorbei sind die Zeiten, in denen der Hocker ganz unspektakulär als einfacher Schemel diente. Moderne Hocker sind nicht nur praktische Helfer im Alltag, sondern obendrein begehrte Design-Lieblinge für zu Hause.
Zugegeben: Einen Hocker hat jeder irgendwo zu Hause. Sei es in der Küche, im Bade- oder Schlafzimmer. In den meisten Fällen sind die Hocker nur Mittel zum Zweck: sie helfen Küchenschränke oder die oberen Borde großer Regalwände leichter zu erreichen. Nach vollzogener Arbeit verschwinden die Hocker dann schnell wieder in der nächstbesten Ecke. Moderne, ausgefallene Designs rücken den Hocker in ein ganz neues Licht und machen aus ihm ein durchaus vorzeigbares Möbelstück.
Die verschiedenen Varianten des Hockers
Es gibt ihn in allen nur erdenklichen Varianten: Der schlichte Schemel für die Küche gehört zu den bekanntesten Modellen des Hockers. Ursprünglich als Fußbank gedacht, ist der Hocker heute nicht nur eine praktische Hilfe im Alltag, sondern obendrein ein schickes Design-Objekt für die Wohnung.
Der klassische Hocker wird meist aus Holz gefertigt. Andere beliebte Materialien sind Stahl, Metall und Kunststoff. Textile Elemente wie Kissen und Bezüge machen aus dem einfachen Schemel eine gemütliche Sitzgelegenheit. Eingebaute Lampen oder Ablageflächen für Zeitschriften und allerlei Kleinkram verleihen dem Hocker zusätzlichen Nutzen.
Der Barhocker
Der Barhocker ist aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken. Auch für den Heimgebrauch erfreut sich dieser Hocker zunehmender Beliebtheit und findet seinen Platz in immer mehr Haushalten. Zum Beispiel Hocker “Kant” von Casamania. Über: www.madeindesign.de
Der Hocker zum Sitzen
Wohin mit den Gästen, wenn alle Plätze belegt sind? Der Sitzhocker ist die Lösung bei akutem Platzmangel. Mit den passenden Kissen kann ein Hocker genau so bequem sein, wie jede andere Sitzgelegenheit. Zum Beispiel Hocker “Gueststool” von Mathias Hahn. Über: www.magazin.com
Der Hocker als Fußbank
Nach Hause kommen, sich in den Lieblingssessel fallen lassen und die Füße hochlegen. Ein bequemer Hocker macht diesen Luxus möglich. Hocker mit aufgesetzten Kissen weichen Überzügen eignen sich hierbei am besten: Fellhocker von Car Möbel. www-car-moebel.de
Der Hocker mit Ablage
Zeitschriften, Briefe oder Notizzettel: Verfügt ein Hocker über eine entsprechende Ablagefläche, hat man die nötigen Dinge stets griffbereit. Im Falle des Regalhockers “Pauli” hat man sogar ein ganzes Bücherregal “im” Hocker. www.magazin.com
Der Hocker als Leuchte
Für eine gemütliche Atmosphäre sorgen Hocker mit eingebauter Lichtquelle. So kann man das kleine Sitzmöbel ganz nebenbei auch als Leuchtendes Deko-Element nutzen. Praktisch und schön zugleich. Den Leuchthocker “Otto” gibt es in verschiedenen Farben. www.authentics.de
Der Hocker für den Garten
Von immer mehr Herstellern gibt es wetterfeste Hocker. Besonders beliebt sind Hocker aus Korbgflecht. Der “Korbhocker” im Garten dient sowohl als Sitzgelegenheit, als auch als Ablagefläche für allerlei Gegenstände. Doch auch der gute, alte Holzhocker macht sich im Garten gut. www.dawanda.com
Die Anforderungen an einen Hocker
Er sollte gut aussehen, belastbar, praktisch und nach Möglichkeit auch bequem sein. Die Anforderungen an den idealen Hocker sind hoch. Trotz allem werden dank ausgeklügelter Designer die meisten Hocker genau diesen Ansprüchen gerecht. Für den Gebrauch in der Küche muss ein guter Hocker einen sicheren, stabilen Stand haben und problemlos eine Person tragen können. Anders sieht es wiederum mit dem Hocker fürs Wohnzimmer aus: Hier spielt Gemütlichkeit die wichtigste Rolle, damit man entspannt sitzen oder die Füße hochlegen kann. So sollte man sich vor dem Kauf bewusst sein, wofür man den Hocker verwenden will und welche Anforderungen damit einhergehen.
Zeitlose Klassiker
In den letzten hundert Jahren hat sich so mancher Hocker als unverwechselbarer Klassiker entpuppt und Design-Geschichte geschrieben:
“Barcelona-Hocker”

Zeitlos: der passende Hocker zum "Barcelona-Chair"
Für die Weltausstellung 1929 in Barcelona entwarf Ludwig Mies van der Rohe seinen wohl berühmtesten Hocker. Zur Eröffnungsfeier nahm das spanische Königspaar im Deutschen Pavillon auf dem “Barcelona-Chair” platz. Davor standen diese Hocker für Bersucher bereit. Hocker fürs Gefolge sozusagen. Unverkennbar: das typische Gestell in X-Form sowie die abgesteppte Polsterung. Über: www.snow.de
“Ulmer-Hocker”

Sitzgelegenheit und "Tragetasche": der "Ulmer-Hocker"
Als “Sitzgelegenheit für die Studierenden” bezeichnete Designer Max Bill seinen berühmten “Ulmer-Hocker”. Da es der Hochschule für Gestaltung damals an ausreichendem Mobiliar mangelte, wurde kurzerhand nach einer unkonventionellen Lösung gesucht. In seinem reduzierten, auf den Zweck ausgerichteten Design wurde der Hocker Ausdruck Ulmer “Moral der Gegenstände”. Dreht man den Hocker um, kann man Arbeitsgegenstände und Bücher dank “Tragegriff” von einem Ort zum anderen transportieren.
Heute ist der Hocker erhältlich bei: www.connox.de
“Backenzahn”

Machen stets eine gute Figur: Hocker "Backenzahn" von Designer Pilipp Mainzer
Ein moderner Klassiker des deutschen Möbeldesigns. Die Gestaltung dieses Hockers wird durch vier gleiche Beine aus Kernholz geprägt. Durch gezielte Schnitte verjüngen sich die Beine nach unten und geben dem Hocker die backenzahnähnliche Optik. www.e15.com
Innovationen und Prototypen
Die Möbel-Designer überraschen immer wieder mit innovativen Ideen, ausgeklügelten Funktionen oder originellen Materialien. Auch wenn aktuelle Entwürfe zum Teil noch nicht in Serie produziert werden, so wird der Hocker dank ihnen auch in Zukunft Gesprächsthema bleiben und als attraktives Design-Objekt auftreten.
Hocker “Nido” von Eva Marguerre

Leichte Hocker: "Nido" in vier Sonderfarben - Pink, Gelb, Weiss und Schwarz. Die Limited Edition gibt es bei www.stilwerk.de/designgallery
Die Wahl-Hamburgerin Eva Marguerre entwickelte als Semesterarbeit an der HfG Karlsruhe den ultraleichten Hocker mit dem Namen “Nido”. Das Besondere an diesem Hocker ist das Material: es handelt sich um Glasfaser, die mit Kunstharz getränkt ist. Daraus hat Eva Marguerre dann geometrische Formen entwickelt, die schließlich den Hocker “Nido” ergaben.
Zum Designer: www.besau-marguerre.de
Hocker “Ori” von Jakub Piotr

Hocker zum Falten: Je mehr man von ihnen besitzt, deso witziger ist der Effekt.
Dieser Hocker wird aus einer Schablone geschnitten und gefaltet. Schon das macht diesen Hocker so einzigartig. “Ori” kommt übrigens von Origami, der japanischen Kunst des Papierfaltens. Bisher handelt es sich bei “Ori” lediglich um Prototypen.
Zum Designer: jpkalinowski.blogspot.com
Hocker “Step Stools” von Paul Loebach

Die Hocker "Step Stools" lassen sich mühelos ineinander schieben
Diese Hocker, ebenfalls Prototypen, passen untereinander und lassen sich mit wenigen Handgriffen zu einer funktionalen Treppe umfunktionieren. Dank der frischen Grüntöne würden diese Hocker einen wunderbaren farblichen Akzent in den eigenen vier Wänden abgeben.
Zum Designer: www.paulloebach.com
Foto (Teaser): Car-moebel.de




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