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Matratzentypen und Begriffe

Der Matratzenkauf steht an und es raubt Ihnen den Schlaf? Soll es eine Latex-, Federkern- oder Schaumstoffmatratze sein und was bedeutet eigentlich Punktelastizität, fragen Sie sich? Hier kommt Hilfe: Wir stellen die drei wichtigsten Matratzentypen vor und erklären Begriffe – damit Sie mit der Wahl Ihrer Matratze richtig liegen und entspannt schlafen können.

Mit der Matratzenwahl richtig liegen

Wer eine Matratze kaufen will, kommt bei der großen Auswahl leicht ins Schwitzen: Soll die Matratze aus Schaumstoff, Latex oder mit Federkern sein? Worauf liegt man wirklich gut? Was passt zu den körperlichen Bedürfnissen? Und schließlich geht es um eine kostspielige Investition, die reiflich überlegt sein will. Damit Sie sich im Matratzendschungel nicht verlaufen, erklären wir Begriffe aus dem Matratzen-ABC und stellen Ihnen verschiedene Matratzentypen vor.

Eine gesunde Matratze hat den richtigen Härtegrad, eine gute Luftzirkulation und ist punktelastisch. Foto: Röwa

Matratzen-ABC

Härtegrad: Der Härtegrad gibt an, wie sehr eine Matratze unter dem Körpergewicht nachgibt und wie hoch folglich die Stützkraft für den Körper ist. Es ist wichtig, ihn zu beachten, damit man weder zu tief einsinkt noch steif aufliegt. Angegeben wird der Härtegrad in weich, mittel und hart. Allerdings sind diese Parameter nicht genormt, was bedeutet, dass der Härtegrad abhängig von Matratze und Händler unterschiedlich ist. Als grobe Richtlinie gilt, dass weiche Matratzen für Menschen mit einem Körpergewicht von bis zu 60 Kilogramm geeignet sind und harte für Menschen mit über 80 Kilogramm. Wer sich dazwischen bewegt, sollte eine Matratze mit mittlerem Härtegrad wählen.

Luftzirkulation: Ein Mensch verliert etwa einen halben Liter Schweiß pro Nacht, im Sommer sogar mehr, der an die Schlafunterlage abgegeben wird. Bei Matratzen mit hoher Luftzirkulation kann die Feuchtigkeit leichter entweichen, weil sie besser belüftet sind. Die Matratze fühlt sich etwas kühler an; Schimmel- und Bakterienbefall treten seltener auf.

Punktelastizität: Die Punktelastizität gibt an, wie sehr eine Matratze nachgibt, wenn man nur einen Punkt eindrückt. Im Gegensatz zur punktelastischen gibt eine flächenelastische Matratze mehr nach und ein für die Körperhaltung ungesunder “Hängematteneffekt” entsteht. Empfehlenswert sind daher Matratzen mit hoher Punktelastizität, da sie den gesamten Körper besser ausbalancieren und stützen.

Raumgewicht: Das Raumgewicht bezieht sich auf Schaumstoff- und Latexmatratzen und gibt das Gewicht je Kubikmeter Rohmasse an. Je höher das Raumgewicht ist, desto höher ist auch die Punktelastizität und somit der Liegekomfort.

Je höher die Punktelastizität einer Matratze, desto besser auch der Liegekomfort. Foto: www.webbett.de

Die drei verschiedenen Matratzentypen

Federkernmatratze: Federkernmatratzen gibt es in verschiedenen Varianten. Die “einfache” Federkernmatratze ist flächenelastisch, da die Federn miteinander verbunden sind. Daneben gibt es die preiswertere Bondellfederkernmatratze. Hier teilen sich unzählige Stahlfedern die Last. Sie liegen neben- und übereinander. Die Federn sind von Stoff umgeben. Durch die geringe Punktelastizität geben aber auch diese Matratzen relativ großflächig nach und passen sich somit zwar schon besser an den aufliegenden Körper an als einfache Federkernmatratze, aber nicht optimal.
Die Taschenfederkernmatratze, bei der die Federn einzeln in Vlies eingenäht sind, ist qualitativ die bessere Variante. Diese Matratze hat eine sehr gute Punktelastizität, weil nur die Federn nachgeben, die gerade belastet werden.
Auch bei der Tonnentaschenfederkernmatratze ist jede Feder in eine Stoffhülle verpackt. Diese Federn reagieren punktuell auf das Körpergewicht, weil sie nur mittig in der Stoffhülle verbunden sind. Kleinere Federn steigern die Punktelastizität.
Federkernmatratzen gewährleisten im allgemeinen eine gute Luftzirkulation. Am besten tun dies Taschenfederkernmatratzen. Die Matratze ist kühler als andere, was Schlafende, denen schnell warm wird, als sehr angenehm empfinden.

Pro: gute Luftzirkulation, Materialstabilität für lange Lebensdauer
Contra: geringe Punktelastizität (ausgenommen hochwertige Tonnentaschenfederkernmatratzen)

Die Federkernmatratze zeichnet sich durch eine gute Luftzirkulation und eine lange Lebensdauer aus. Foto: Maiers Bettwarenfabrik

Schaumstoffmatratze: Vor einigen Jahren galten sie als schlechte und unbequeme Schlafunterlage, heute sind Schaumstoffmatratzen dank neuer Materialien eine gute Alternative zu teuren Matratzen geworden. Die gängisten Schaumstoffmatratzen sind aus Kaltschaum. Gute Kaltschaummatratzen haben ein von Raumgewicht über 40 Kilogramm je Kubikmeter. Das macht sie besonders punktelastisch, sie schmiegen sich dem Körper an und sorgen für hohen Schlafkomfort. Außerdem nehmen sie Feuchtigkeit gut auf. Durch kleine Hohlräume im Innern kann die Luft besser zirkulieren. Nachteil des Materials: Es ist leicht entflammbar, weshalb die Matratze mit einem feuerfesten Überzug versehen werden muss.
Noch besser passen sich dem Körper hochwertigere viskoelastische Tempurmatratzen (aus Visko-Schaum) an, da sie auf dessen Wärme reagieren. Die Druckverteilung wird optimiert, eine zu starke Fixierung wird durch geringe Schichtdicken verhindert.
Schaumstoffmatratzen sind fast frei von Hausstaubmilben, weil diese keinen Schaumstoff mögen.

Pro: gute Punktelastizität, gute Luftzirkulation, hygienisch
Contra: leicht entflammbar

Hohen Schlafkomfort bieten Schaumstoffmatratzen, da sie punktelastisch, gut belüftet und hygienisch sind. Foto: Hülsta

Latexmatratze: Latexmatratzen gibt es aus Synthese- oder Naturlatex, meistens aber als Mischform aus beidem. Reine Naturlatexmatratzen sind qualitativ sehr hochwertig, aber eher selten. Grundsätzlich gilt: Je höher der Anteil des natürlichen Stoffes, desto höher das Raumgewicht und somit die Punktelastizität. Generell sind Latexmatratzen sehr elastisch und passen sich dem Körper gut an. Durch die hohe Punktelastizität geben sie bei Druck nur an den beanspruchten Stellen nach. Das erhöht den Liegekomfort.
Latexmatratzen sind weniger geeignet für Menschen, die stark schwitzen, da Feuchtigkeit nur schlecht aufgenommen wird. Dadurch sind Latexmatratzen aber auch hygienischer, weil weniger Bakterien in die Matratze gelangen. Gut belüftet sind sie dennoch, da sie mit Hohlräumen versehen sind. Das sorgt für eine gute Wärmeregulierung.
Für eine lange Lebensdauer braucht die Latexmatratze besondere Pflege: So sollte sie in regelmäßigen Abständen aufrecht hingestellt werden, damit die angestaute Feuchtigkeit gut entweichen kann. Außerdem dürfen Latexmatratzen nur in Räumen mit über 10 Grad Celcius gelagert werden, da sonst schnell Schimmelbildung droht.

Pro: gute Punktelastizität, hygienisch und staubarm, deshalb für Allergiker geeignet
Contra: besondere Pflege und Lüftung nötig

Foto: Manufactum

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