nlpopup

Nachhaltiges Bauen

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch was genau bedeutet es, “nachhaltig” zu bauen? Damit die Ansprüche der Nachhaltigkeit schon von Anbeginn berücksichtig werden, nennen wir entscheidene Aspekte und geben wichtige Tipps.

Was sind die Ziele nachhaltigen Bauens?

Sie liegen in der Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen. Berücksichtigt werden dabei alle Lebenszyklusphasen eines Hauses. Dabei wird die Optimierung sämtlicher Einflussfaktoren auf den Lebenszyklus angestrebt: von der Rohstoffgewinnung über die Errichtung bis zum Rückbau. Der Leitfaden für nachhaltiges Bauen lassen sich in Phasen gliedern:

- Rohstoffgewinnung
- Produktherstellung
- Errichtung
- Nutzung
- Instandhaltung
- Modernisierung
- Rückbau und
- Recycling

Das unmittelbare Ziel nachhaltigen Bauens besteht darin, energieeffizient zu wohnen mit moderner Haustechnik und gesunden Baustoffen.

Was ist ein Passivhaus?

Eine gute Orientierung für energieeffizientes Bauen bietet ein Blick auf die Anforderungen eines Passivhauses. In einem Passivhaus lässt sich eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem erreichen. Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus benötigt ein Passivhaus 80% weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude sogar über 90%. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 l pro Quadratmeter aus. Diese sensationelle Einsparung erreicht das Passivhaus allein durch zwei Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren!

Energieeffizient wohnen mit moderner Haustechnik und gesunden Baustoffen zahlt sich langfristig aus.

Biologisch-natürliche Baustoffe

Wer biologisch-natürliche Baustoffe wählt, leistet einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Gleichzeitig schafft sich der Hausbesitzer mit nachhaltigen Baustoffen ein Haus mit unvergleichlichem Raumklima. Das bedeutet: Die Baustoffe sollten umweltverträglich sein, also aus Rohstoffen bestehen, die man entweder wiederverwerten kann oder deren Entsorgung unproblematisch ist, dazu zählen beispielsweise Rohstoffe wie Holz und Lehm.

Nachhaltig Modernisieren

Alternative Heizmethoden

Auch wenn sich Experten streiten, ob unsere Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorräte noch 20 oder eher 70 Jahre reichen, klar ist: Fossile Brennstoffe werden in absehbarer Zeit aufgebraucht sein. Deshalb sollten Sie nicht Ihren Wärmebedarf senken, sondern auch über alternative Heiztechniken nachdenken. Zwar kostet die Umstellung teilweise erhebliche Summen, für den Bau der Anlagen können Sie aber Fördermittel beantragen. Aktuelle Informationen dazu finden Sie in der Datenbank des Informationsdienstes BINE und beim Bundesumweltministerium.

Regenerative Energiequellen sind Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie

Eine umweltfreundliche Alternative zur Gasheizung sind zum Beispiel Wärmepumpen. Sie entnehmen Wärme aus Erdreich, Grundwasser oder Außenluft und heben diese mit Hilfe so genannter Antriebsenergie auf das Temperaturniveau der Hausheizung. Bei guten Pumpen-Modellen ist die aus der Umwelt entnommene Energiemenge um ein Vielfaches größer als die Menge der benötigten Antriebsenergie, sonst wäre die Pumpe weder ökonomischer noch ökologischer als Heizungen mit fossilen Brennstoffen. Deshalb sollten Sie sich beim Einbau genau beraten lassen, welches Modell für Sie passt. Für Einfamilienhäuser sind Erdreich-Wärmepumpen häufig empfehlenswert.

Für Haushalte mit geringem Energieverbrauch lohnen sich Pelletöfen. Holzpellets bestehen aus gepresstem Sägemehl und setzen beim Verbrennen pro Kilowattstunde rund zehn Mal weniger CO2 frei als eine Elektroheizung. Ähnlich funktionieren Holzöfen und Kamine. Bei Kaminholz sollten Sie allerdings unbedingt darauf achten, dass Ihr Holz trocken genug ist. Wenn Holz mit einer Restfeuchte von mehr als 20 Prozent brennt, setzt es nicht nur umweltschädliche Gase frei, Sie schaden auch Ihrer Gesundheit. Gleiches gilt für Zeitungspapier, behandeltes und gestrichenes Holz. Deshalb lohnt es sich auch hier zu Pellets und Hackschnitzeln zu greifen.

Auch thermische Solaranlagen auf dem Dach können bestehende Heizungsanlagen unterstützen. Sie nutzen Sonnen-Energie um Brauch- und Heizwasser aufzuwärmen.

Wer nicht gleich sein gesamtes Heizsystem austauschen will, sollte wenigstens einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen (zu dem Eigentümer eigentlich verpflichtet sind). Oft bekommen einzelne Heizkörper nämlich nicht genug Heizwasser ab, andere dagegen zu viel. Das kostet viel Geld und Energie. Ein Abgleich rechnet sich in der Regel schon nach drei bis fünf Jahren.

Strom: Erzeugung und Nutzung

Am meisten tun Sie für die Umwelt, wenn Sie auf Ihrem Dach eine Photovoltaik-Anlage aufstellen, weil sie Sonnen-Energie in Strom umwandelt. Wer mit solchen Anlagen überschüssigen Strom produziert und ins öffentliche Netz einspeist, profitiert sogar von der Einspeisevergütung. Ob Ihr Dach für diese Technik geeignet ist, können Sie mit dem Solardachcheck feststellen. Informationen zu Fördermitteln erhalten Sie über den BINE-Informationsdienst.

Wer nicht umbauen kann oder will, sollte zu einem Öko-Strom-Anbieter wechseln. Strom aus regenerativen Energien bieten zum Beispiel greenpeace energy, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), LichtBlick und naturstrom an.

Quellen: www.baunetzwissen.de, www.passiv.de, www.nachhaltigleben.de. Fotos: Schwörer Haus