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Ratgeber Umzug, Teil 4: die Wohnungsübergabe

Um die korrekte Wohnungsübergabe und die so genannten Schönheitsreparaturen ranken sich zahlreiche Mythen – unsere Tipps sorgen für Klarheit und einen entspannten Start in die neue Wohnung.

Was sind Schönheitsreparaturen?

Wenn Sie einen bestehenden Mietvertrag kündigen und aus Ihrer alten Wohnung ausziehen möchten, kommen unter Umständen Schönheitsreparaturen auf Sie zu. Schönheitsreparaturen können generell umfassen: das Tapezieren und Streichen von Decken und Wänden, das Streichen von Türen, Heizkörpern, Fußleisten und Leitungen, das Streichen der Innenseiten von Fensterrahmen, Balkontüren und Wohnungseingangstüren sowie die Pflege der Fußböden.

Welche Schönheitsreparaturen für die Wohnungsübergabe konkret von Ihnen gefordert werden, ist im Mietvertrag vereinbart. Der Bundesgerichtshof hat in den vergangenen Jahren jedoch zahlreiche Regelungen zu Schönheitsreparaturen für unwirksam erklärt. Demzufolge sind starre Renovierungsfristen oder Endrenovierungsklauseln unwirksam, die den Mieter unabhängig vom Zustand der Wohnung verpflichten, bestimmte Arbeiten wie etwa das Streichen zu verrichten.

Das bedeutet konkret: Wenn Sie aus Ihrer alten Wohnung ausziehen, müssen Sie nicht automatisch renovieren, sondern nur, wenn dies in Ihrem Mietvertrag wirksam vereinbart ist. Starre Fristen, zu kurze Fristen oder schwammige Formulierungen sind unwirksam. Normale Abnutzungen, etwa von Teppichböden, sind bereits mit der monatlich gezahlten Miete abgegolten.

Vertragsklauseln, die den Mieter dazu verpflichten, Küchen und Bäder ungefähr alle drei Jahre und Wohn- und Schlafräume etwa alle fünf Jahre zu streichen, sind wirksam, weil sie als “weiche” Fristen formuliert sind und dem Meter Spielraum lassen. So genannte Abgeltungsklauseln, die bestimmen, dass der Mieter bei seinem Auszug anteilige Renovierungskosten für nicht selbst vorgenommene Schönheitsreparaturen leisten muss, können ebenfalls durchaus gültig sein.

Mieter sind nicht automatisch dazu verpflichtet, bei ihrem Auszug zu streichen.

Mythos Schönheitsreparaturen: Mieter sind nicht automatisch dazu verpflichtet, bei ihrem Auszug zu renovieren

Genug Zeit für Schönheitsreparaturen einplanen

Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter vor der Wohungsübergabe. Nennen Sie ihm die Schönheitsreparaturen, die Sie gegebenenfalls im Laufe Ihrer Mietzeit vorgenommen haben und klären Sie, welche Schönheitsreparaturen er von Ihnen erwartet. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Mietvertrag unwirksame Regelungen zu Schönheitsreparaturen enthält, können Sie sich an den für Ihr Bundesland zuständigen Mieterverein wenden.

Auch wenn Sie nicht renovieren müssen, gehört zur Wohnungsübergabe, dass Wände, Decken und Fußböden in einem ordentlichen, sauberen Zustand sind. Entfernen Sie daher Nägel, Schrauben und Dübel und schließen Sie die Löcher. Die Wände dürfen nicht übermäßig abgenutzt sein – vor allem um Lichtschalter herum und an Garderoben graut die Tapete schnell. Auch Kinder und Haustiere können ihre Spuren hinterlassen haben. Der Anstrich in den einzelnen Räumen muss einheitlich sein.

Planen Sie für das Säubern und die eventuell anstehenden Schönheitsreparaturen in Ihrer alten Wohnung genug Zeit ein! Der Übergabetermin der alten Wohnung und der Umzugstermin sollten nicht zu nah beieinander liegen: Berücksichtigen Sie in Ihrer Planung mögliche Beanstandungen Ihres Vermieters, die Sie vor der Wohnungsübergabe korrigieren müssen.