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WOHNSTIL

Einrichten im Ethnostil


Man nehme den Farbenkosmos aus Indien, chinesische Seide, Bambus aus Japan, afrikanische Ornamentik und Marrokanische Babouchen - einmal kräftig schütteln und heraus kommt: der Ethnostil.


Der sogenannte Ethnostil bezieht sich auf die Lebensumstände, Gebräuche, Traditionen und Religionen kultureller Gruppen. Er bedient sich traditioneller Vorbilder, interpretiert sie neu oder mischt Gegensätzliches - heraus kommt eine Mischung aus jahrtausend alter Geschichte. Eine Mischung, die die Schönheit der Ferne in unser Zuhause bringt.


Fotostrecke zum Thema


Die leuchtenden Farben Indiens


Das farbige Puder wird mit etwas Wasser als traditionelles indisches Segenszeichen "Tika" auf die Stirn aufgetragen.
Farbenfroher Subkontinent
Die indische Kultur ist durch den Hinduismus geprägt, und gläubige Hindus verstehen ihre Religion als Lebensart. Und die ist untrennbar mit einer bunten Farbwelt verbunden.

Über 300 Färbepflanzen sind auf dem Subkontinent bekannt und werden gezielt verwendet. Blau ist beispielsweise die Farbe der Götter: Religiöse Darstellungen haben oftmals einen blauen Hintergrund, und die höchsten hinduistischen Götter, wie Shiva oder Krishna, erstrahlen in tiefem Blau.
Weiß ist die Farbe der Trauer. Gelb die der Erde und Orange steht für die Hautfarbe der Götter (daher tragen hinduistische Mönche orange getünchte Kleidung). Rot ist die Farbe der Schönheit und Glücksbringer.

Genau diese knalligen Farben machen die eigenen vier Wände so einzigartig. Suchen Sie sich zum Beispiel gezielt eine Wand aus und streichen Sie diese in einem satten Rot oder erfrischendem Blau. Wählen Sie passende Accessoires in Kontrostfarben. Alte Möbel im Vintage-Stil kommen vor poppigem Hintergrund ebenfalls gut zur Geltung.


Formen und Farben Afrikas


Klare Formen und Farben spiegeln die afrikanische Erdverbundenheit wieder.
Kultureller Reichtum
In Afrika leben zahlreiche Stämme, die unterschiedliche Traditionen, Bräuche und Lebensweisen besitzen. Denken wir an Afrika, haben wir sofort grafische Muster, erdige Farben und natürliche Materialien im Kopf. Und tatsächlich: dominanten afrikanischen Muster bestehen aus einer einfachen, klaren und symbolischen Formensprache. Beispielsweise sind drei ineinander liegende Kreise in Westafrika das Symbol für Herrschaft, und eine Leiter mit vier Sprossen steht für Sterblichkeit. Beim Volk der Nuba weist das Quadrat auf königliche Abstammung hin.

Den Afrikanischen-Look können Sie zum Beispiel mit bedruckten Stoffen und Textilien nach Hause holen. Warme Erdtöne an Wänden, ganzflächig oder gezielt als Highlight, machen den Look komplett. Passende accessoires aus dunklen Hölzern, wie kleine Statuen oder Wandschmuck, finden Sie in speziellen Ethno-Shops.


Der Zauber des Orients


Die Hand der Fatma soll den "bösen Blick" abhalten und dient als symbolischer Glücksbringer.
Der Orient erstreckt sich vom nordafrikanischen Raum über den Nahen Osten samt Türkei und der arabischen Halbinsel bis nach Pakistan und Vorderasien. Neben Christen- und Judentum prägt der Islam die orientalische Kultur, und ein tiefer Aberglaube gehört ebenso zum kulurellen Erbe: Das Symbol der "Hand der Fatma" soll vor dem Bösen Blick schützen. Die Zahl Fünf, die Hand und das Auge (symbolisiert durch ein Dreieck) bewahren vor Unheil. Ein beliebtes Bildmotiv ist der Fisch, da er ein wichtiger Glücksbringer ist.

Terrakotta, Mokka und Gelb erinnern an die Farben der Wüste. Feine Ornamente, aufwändig geflochtene Körbe und Schnitzereien charakterisieren die morgenländische Handwerks- und Baukunst. Opulente Stoffe, Mosaikfliesen und Teegläser zeichen den orientalischen Zauber aus. Das zeigt sich nicht nur bei Stoffen, Schmuck und üppiger Dekoration, sondern auch bei der Verzierung von Alltagsgegenständen, wie Geschirr oder Lampen, die mit viel Gold versehen sind.

Möbel und Accessoires im orientalsichen Stil gibt es zum Beispiel bei den zahlreichen Straßenhändlern von Marrakesch. Wer keine Zeit für eine Reise in die Ferne hat, besucht ausgewählte Händler vor Ort.

Zum Beispiel:


Die Ästhetik Asiens


Japanische Fächer sind praktisch und ästhetisch zugleich.
Zarte Farben und leichte Materialien
Die Asiaten, besonders Chinesen und Japaner, sind Spezialisten in der Verwendung und Herstellung leichter Materialien. Schon im zweiten Jahrhundert gab es bereits in Peking Papiertaschentücher.

Asiaten verwenden Papier auch gerne bei der Inneneinrichtung, beispielsweise bei den japanischen "Shoji", das sind mit durchscheinendem "Washi-Papier" bespannte Raumteiler. Die chinesische Tapete, die fast ausschließlich aus mit Leinen verstärktem Bambuspapier gefertigt wird, ist ebenfalls charakteristisch für die asiatische Kultur. Beliebt sind florale Muster mit Pflanzen, Blumen, Vögeln, Fische, Drachen und Insekten, oder Landschaftsszenen und Darstellungen aus dem Alltagsleben.

Auch asiatische Fächer und Lampions bestehen aus den charakteristischen Materialien, wie sie für viele Alltagsgegenstände verwendet werden: Reispapier, Zypressenholz und Bambus. Überhaupt dient Bambus in Asien als Allzweckmaterial: Es wird zur Korb- und Papierfertigung, beim Gerüst- und Gartenbau als Werkstoff verwendet. Aus Bambusfasern werden ebenso Textilien gefertigt. Luftiger und angenehmer als grober Bambusstoff ist jedoch die beliebte Seide. Der edle Stoff hat in China seinen Ursprung und wird noch heute aus den Kokons der Seidenspinnerraupe gefertigt.
Neben den leichten Materialien steht Asien auch für die Verwendung eher zarter Farben, wie Rosé, Creme oder Türkis.