Leder für Genießer
Tipps: Gute Qualität und richtige Pflege
Leder ist ein natürlicher Stoff: Kleine Unebenheiten durch Insektenstiche oder Dornenschrammen sind normal, absolut glattes und ebenmäßiges Leder ist oft nachträglich bearbeitet worden. So sollten wir uns also beim Kauf eines Ledermöbels auf unsere Augen, unseren Tastsinn und unser Gefühl verlassen. Und mit ein bisschen Pflege und Liebe gilt: Je älter das Leder, desto schöner wird seine Ausstrahlung.
Merkmale und Qualität
Automatisch streichen wir mit unseren Fingern über das Ledersofa - und das ist schon der erste Qualitätstest: Gutes Leder fühlt sich weich und geschmeidig an. Außerdem sollte es eine gleichmäßige Stärke aufweisen, und weder zu dünn (empfindlich) noch zu dick (steif und klobig) sein.
Bei gefärbtem Leder gibt es zwei Methoden: Entweder wird das Leder komplett durchgefärbt, kleine Kratzer oder Abnutzungen fallen damit später weniger auf. Oder das Leder wird mit Farbe besprüht, nur die oberste Schicht ist also quasi lackiert. Einfacher Farbtest: Ein Taschentuch anfeuchten und eine Minute auf das Leder drücken. Bleibt das Taschentuch weiß, ist die Qualität des Möbelstücks gut.
Ein weiteres Geheimnis der Qualität liegt im Gerben. Hierbei wird die Tierhaut haltbar und widerstandsfähig. Für mehrere Stunden wird sie dafür mit tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Gerbstoffen behandelt. Zu letzteren gehören Stoffe wie Aluminium oder Chrom, sie machen das Leder zusätzlich sehr reißfest und lichtunempfindlich.
Die richtige Pflege
Ein paar Regeln sind zu beachten: Man sollte direkten Lichteinfall und starke Wärme von einer Heizung vermeiden, da beide das Leder austrocknen und verfärben können. Etwa einmal pro Woche sollten Ledermöbel mit einem weichen Baumwolltuch abgestaubt werden, einmal im Monat mit einem feuchten Tuch. Hin und wieder kann außerdem ein spezielles Lederpflegemittel verwendet werden. Für Glattleder eignen sich milchige Produkte besonders gut. Finger weg von Mulitpräparaten: gleichzeitiges Reinigen und Nachfetten ist kaum möglich. Und noch ein Tipp: Bienenwachs ist zwar ein natürliches Pflegemittel, verstopft aber die feinen Lederporen.
Schnelle Hilfe bei Flecken
Der wichtigste Rat zuerst: Man sollte nie zu kräftig über das Leder rubbeln, da sonst Glanzflecken entstehen. Ansonsten gilt: Feuchtigkeit am besten sofort entfernen und mit etwas lauwarmem Wasser nachreinigen. Einmal eingetrocknete Flüssigkeiten sind später kaum noch zu entfernen. Zum Entfetten von Ledersofas gerade im Kopfbereich kann etwas Essigessenz benutzt werden. Einzelne Flecken kann man auch mit einem farblosen Radiergummi entfernen, danach sollte das Leder imprägniert werden. Zur generellen Grundreinigung reicht Kernseife. Wichtig dabei: nur kleine Flächen bearbeiten und den aufgelösten Schmutz sofort entfernen, da er sonst ins Leder einzieht. Generell gilt: Ärgern Sie sich nicht, wenn ein Fleck nicht völlig verschwindet, Leder gewinnt mit der Zeit an Patina.
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