|
|
|
Magazin: Roter Oktober
Die Farbe Rot
Dass Rot für uns eine so große Bedeutung hat, hängt stark mit unseren Assoziationen zusammen: Wir ordnen Rot positiven Gefühlen wie Liebe, Leidenschaft und Romantik zu. Schon die Griechen sahen in der roten Rose ein Sinnbild für die Liebe und weihten sie ihrer Liebesgöttin Aphrodite. Und in der chinesischen Tradition symbolisiert Rot sogar das Glück schlechthin.
Im Gegensatz dazu steht Rot aber auch für Eigenschaften wie Zorn, Kraft, Macht und Stärke. Ebenso symbolisiert sie Wärme, Hitze und ist ein Zeichen für Gefahr und Verbot. Ihre Kraft und Stärke liegen gerade in ihrer Gegensätzlichkeit.
|
|
Was wir an Rot so mögen
Die Natur kennt viele verschiedene Nuancen von Rot, der Farbe, die schöne Kontraste zu Himmel und Landschaft setzt. Vielleicht wirken natürliche Rottöne deshalb so bezaubernd auf uns. Es gibt doch nichts Schöneres als ein Spaziergang durch einen herbslichen Wald mit rot-gold gefärbten Blättern. Und beim roten Sonnenuntergang küsst es sich immer noch am romantischsten. Ein rötlich flackerndes Feuer im Kamin sorgt an kalten Tagen für Gemütlichkeit. Und auch beim Essen haben wir rote Vorlieben. Was ist verführerischer als süße Erdbeeren, Kirschen oder Himbeeren? Wer greift nicht schneller zu den kräftig roten Äpfeln? Frische rote Tomaten dürfen zum farbneutralen Mozzarella nicht fehlen.
|
Das Wörtchen Rot
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie häufig wir das Wörtchen Rot in unserem alltäglichen Sprachgebrauch nutzen? Tatsächlich zeichnet sich die Bedeutung der Farbe Rot auch in vielen Redewendungen ab. Zum Beispiel: "Ich habe den roten Faden verloren." "Das wirkt wie ein rotes Tuch auf mich." "Dieses Jahr hat das Unternehmen rote Zahlen geschrieben." "Das Datum sollten Sie sich rot im Kalender anstreichen."
Vielleicht fällt Ihnen beim Lesen noch eine passende Redewendung ein?
|
Kostbarkeit: Purpur
Rot besitzt über hundert unterschiedliche Farbabstimmungen: Von Korallenrot bis Zinnober- oder Ziegelrot.
Zu einer der kostbarsten Rottöne gehört das leuchtende Purpur. Es strahlt Extravaganz und Luxus aus. In der Natur kommt Purpur auffallend selten vor. Bis heute gilt es - als natürliches Farbpigment hergestellt -
als teuerster Farbstoff überhaupt.
Seine Exklusivität hängt seit jeher von der aufwändigen Herstellung ab. Purpurner Farbstoff ist nach einer griechischen Legende bereits im alten Phönizien hergestellt worden. Der Farbstoff wurde durch den Saft einer Schnecke gewonnen, den man im Altertum zum Färben von Stoffen verwendete. Die Drüsen der Purpurschnecke erzeugten eine gelbliche Flüssigkeit, aus der nach weiterer Bearbeitung das begehrte Purpur gewonnen wurde. Zur Herstellung von nur einem Gramm Farbstoff sollen sagenhafte 8000 Schnecken benötigt worden sein. Purpur war deshalb etwas so Kostbares, dass bis ins späte Mittelalter die Farbe nur für mächtigte Persönlichkeiten vorbehalten war. Bei den Römern durfte nur der Kaiser einen Umhang aus Purpur tragen. Im 15. Jahrhundert kleideten sich dann auch Kardinäle in Purpur.
Noch heute zählt das besondere Purpur zu den teuerste Farbstoffen - allerdings verwendet man es nur noch für originalgetreue Restaurationen. Für die Verwendung von Purpur bei Alltagsgegenständen wird der Farbstoff synthetisch hergestellt.
|
|
|
Jörg Lehmann |