nlpopup

Hausfreunde

Happy Birthday, Hocker 60!


Dieser Klassiker aus Finnland ist schon 75 Jahre alt, der Jüngste ist er also nicht mehr - und dennoch ein Evergreen.


Finnisch ist eine interessante Sprache. Besonders die Doppelvokale und -konsonanten haben es mir angetan. Ein Grund, weshalb ich mir diesen Namen so gut merken kann: Alvar Aalto (18981976). Er war Architekt und entwarf Möbel für die finnische Firma Artek. Seine Ehefrau, gleichfalls Architektin, hieß übrigens Aino. Ganz schön viele As für einen Mann: der zweite Grund, warum der Name sitzt. Umso ärgerlicher, dass ich den seines berühmtesten Möbels immer wieder vergesse.


Hocker 60
Foto: www.artek.fi
Armer kleiner Hocker 60! Benannt nach einer Nummer. Und seine Form ist so radikal auf das Nötigste reduziert, dass ihm nur drei Beine bleiben! Auf denen er es aber ziemlich weit gebracht hat: Alvar Aalto entwarf den Hocker 1933 für die Bibliothek in Viipuri, das inzwischen zu Russland gehört, heute findet man ihn in aller Welt. Er ist eine Berühmtheit, besonders beliebt bei Architekten und Designern.

Produktinfos
Exemplare aus den 1930er-Jahren sind selten. Die aktuelle Version des Hocker 60 gibt es in Birke, schwarz lackiert und mit farbig laminierter Sitzfläche

Design: Alvar Aalto, 1933
Hersteller: Artek
www.artek.fi
Funktionell und minimalistisch, war er für das eher komplexe Möbeldesign jener Zeit eine Revolution. Statt des damals üblichen Stahlrohrs verwendete Aalto Birke, die es in den finnischen Wäldern in Hülle und Fülle gab. Das relativ preiswerte Material machte sein Design auch für ärmere Familien erschwinglich. Das Holz wird in einem von Aalto eigens dafür entwickelten Verfahren gebogen, Beine und Sitzfläche sind so verleimt, dass sie eine optische Einheit bilden.

Dieses Jahr wird der Klassiker 75 Jahre alt, man merkt es ihm nicht an. Aus gegebenem Anlass gratuliere ich auf Finnisch: Onnittelut!


Fotos: Hersteller