Hausfreunde
Erleuchtet: von "Lucellino"
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Die kleine Lampe von Ingo Maurer beflügelte sie ihr Studium schaffte Wohnressortleiterin
Maja Schacht trotzdem nur unter Qualen. Aus gutem Grund ...
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Ehrlich gesagt, gab es während meines Studiums
wenig Lichtblicke. Ich hatte Innenarchitektur gewählt
und naiv Stoffe, Farben und Möbel erwartet. Was hingegen auf mich zukam war Stahlbeton, ein Material,das meine durchwegs männlichen Professoren - Architekten mit weiten, schwarzen Anzügen und dicken, schwarzen Hornbrillen - total super fanden.
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Die strengen schwarzen Männer waren nicht glücklich, wenn ich mal wieder mit einem missglückten Modell ankam, das eher einer brasilianischen Wellblechhütte als einem futuristischen Mehrfamilienhaus glich, und ich konnte mich einfach nicht mit ihren klinisch weißen Wohnvisionen anfreunden. Wir wurden uns auch in vier Jahren nicht einig.
Nur ein einziges Mal sah ich sprichwörtlich Licht am
Ende des Tunnels: In einer Vorlesung zum Thema Licht ging es um den in München arbeitenden Designer Ingo Maurer. Seine Leuchten faszinierten mich
sofort, denn Maurer verzichtet auf konventionelle Elemente
wie Schirm oder Aufhängung und schafft stattdessen
poetische Gebilde, deren Licht uns streichelt
und die uns zum Schmunzeln bringen, weil man den
Menschen dahinter spürt.
Wie ich später las, soll er seine Liebe zum Licht 1965 in einer billigen venezianischen Pension entdeckt haben, von deren Decke eine
nackte, kleine Glühbirne hing. Uns zeigte man als
Beispiel für seine Arbeit ein Lämpchen, das sich mit
zwei Flügeln aus Gänsefedern auf einem mickrigen
Messingdraht in die Luft schwingt. Sogar der Name,
Lucellino, ist ein Spiel: Während "luce" auf Italienisch
Licht heißt, bedeutet "uccellino" Vögelchen. Wie ein
solches fing mein gepeinigtes Studentenherz aufgeregt
an zu flattern: Es gab eine Welt jenseits von geschniegelten
Gussstrichböden und kalten Glasdecken! Da
war ein Mann, der Glühbirnen ungeniert Flügelchen
verpasste, sie mit Scherben umgab oder ihr Licht
durch Campari-Flaschen schickte - und der dennoch
vom schwarzen Brillenblock geduldet wurde!
Meine eigenen Entwürfe kamen leider weiterhin nicht an, im besten Falle wurden sie als "ein wenig zu wenig spektakulär, Frau Schacht" bewertet. Wenn Sie also auch unbedingt Innenarchitektin werden wollen, überlegen Sie es sich gut. Prüfen Sie vorher ganz genau, ob Sie eine ausgeprägte Vorliebe für Stahlbeton hegen. Oder für schwarze Hornbrillen. |
Fotos: Hersteller





















