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Hausfreunde

Voll happy: der Kickboy


In der Liebe zählen innere Werte, findet Maja Schacht - und schwärmt von ihrem neuen Mitbewohner. Auch wenn der manchmal den Mund ganz schön weit aufreißt.


Wo ist der Sparschäler? Einmal im Monat stellt sich in unserem Haushalt diese Frage. Nach gemeinsamem Suchen und gegenseitigem Verdächtigen droht schon übles Beschimpfen - da fallen unsere Blicke auf den neuen Mitbewohner. Der steht groß und dick in seiner Ecke und zuckt noch nicht mal mit der Wimper. Geschweige denn, dass er mal die Klappe aufmacht.


Mülleimer "Kickboy"
Seit zwei Monaten haben wir unseren Kickboy. Seitdem ist alles anders - das Leben ist lebenswerter, wenn Sie verstehen, was ich meine. "Die Frau ist ja leicht zufriedenzustellen", werden Sie jetzt denken, "die macht sogar ein neuer Mülleimer glücklich." Höhnen Sie ruhig, Sie sind ja sooo unwissend. Denn früher sah unser Leben so aus: Täglich eine hässliche, kleine Tüte aus einem hässlichen, kleinen Eimer wurschteln und vier Stockwerke runter zum Müllcontainer tragen. Heute müssten wir theoretisch nur noch einmal wöchentlich vor die Tür. Bei uns gibt's keinen Tütenterror mehr. Stattdessen reicht ein sanfter Kick, die Klappe öffnet sich und offenbart: 50 Liter reinen Glücks! In der Broschüre, die jedem Kickboy beiliegt, ist sogar von einer "schicksalsträchtigen Begegnung" zwischen Besitzer und Tonne die Rede. Dort steht, dass es "Liebe auf den ersten Blick" war, als der deutsche Austauschstudent Egbert Neuhaus 1970 in Texas erstmals eine "Trash Can" sichtete. In den USA, dem Land der unbegrenzten Müllmengen, wurden nämlich schon seit den Zwanzigerjahren Abfallbehältnisse in typisch amerikanischen Dimensionen gebaut. Herr Neuhaus brachte die Produktidee zurück in die Metall-Haushaltwaren-Fabrik seines Vaters im Sauerland. Folge der Nachwuchsplanung laut Broschüre: "A star is born!" Heute umfasst diese panatlantische "Eimerfamilie" rund zwanzig Modelle, die einfache Gemüter (wie mich) sehr glücklich machen.

Produktinfos
Mülleimer "Kickboy"
Preis: ca. 215 Euro
Hersteller: Wesco
www.wesco.de
Preislich ist der Kickboy ein echtes Luxusobjekt. Wenn mein Vater wüsste, dass ich gut 200 Euro in Müll investiere, würde er mich enterben. In meinem Elternhaus verschwinden Sparschäler nämlich im Komposthaufen. Doch die Gefahr nehme ich gern auf mich, und über die leicht kleptomanische Veranlagung meines Mitbewohners sehe ich auch tolerant hinweg. Wieso? Auch bei mir: aus Liebe auf den ersten Blick - was sage ich - Kick!


Fotos: Hersteller
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