Nähanleitungen
Kleines Näh-ABC
Steppen, heften und säumen sind für Sie Fremdworte? Wir erklären Ihnen die wichtigsten
Fachbegriffe rund ums Nähen.
Absteppen
Absteppen bedeutet, an Kanten oder Nähten entlang zu steppen, um sie zu betonen.
Häufig steppt man schmalkantig ab, d. h. ca. 2 mm neben der Kante.
Um breiter abzusteppen, gibt es ein Kantenlineal.
Zum Absteppen eignet sich normales Nähgarn, einfach oder doppelt,
Knopflochgarn oder Ziersteppgarn. Sehr effektvoll ist es auch, wenn
man mit einer Zwillingsnadel absteppt.
Knappkantig: Etwa einen Millimeter von der Kante entfernt steppen.
Bügeln vorm Zuschneiden
Grundsätzlich alle Stoffe vor dem Zuschneiden bügeln - Wollstoffe und Stoffe mit
Elastikanteil immer unter einem feuchten Tuch! Liegt der Stoff doppelt, wird von beiden
Seiten aus gebügelt. Die Bruchkante nicht einbügeln, sondern den Stoff auseinander
falten und auch die Bruchkante glatt bügeln. Die Bügeltemperatur richtet sich
nach dem Material - beim Stoffeinkauf das Etikett am Stoffballen beachten.
Heften
Die Stoffteile Rechts auf Rechts legen und an der Nahtlinie mit Stecknadeln zusammenstecken
oder mit einem Heftfaden grob zusammennähen. Heften sie immer vor dem Nähen, damit sich die Stoffteile
nicht verschieben.
Im Fadenlauf zuschneiden
auf dem Schnitt ist der FDL mit einem Pfeil gekennzeichnet. Beim Zuschneiden
muss darauf geachtet werden, dass der Pfeil immer parallel zu den Kettfäden des
Stoffes liegt (parallel zur Webkante).
Maschinenstiche
Steppstich oder Geradstich:
Dies ist der wichtigste Stich und gehört zu jeder Nähmaschine. Mit ihm können alle
Näharbeiten, ausgenommen das Versäubern der Nahtzugaben, gemacht werden.
Zickzackstich:
Kann in Breite und Länge (Stichabstand) verstellt werden und wird hauptsächlich
zum Versäubern der Nahtzugaben angewandt. Ein schmal eingestellter Zickzackstich
ist bei normaler Stichlänge (ca. 2 mm) leicht dehnbar und kann zum Steppen
dehnbarer Stoffe, z. B. Jersey und Strickstoffe, verwendet werden.
Blindstich:
Mit einem speziellen Blindstichfuß können Säume unsichtbar genäht werden.
Musterrichtung
Viele Stoffe haben eine Musterrichtung. Beim Zuschneiden müssen alle
Schnitteile so auf den Stoff gelegt werden, dass die unteren Kanten in die
gleiche Richtung zeigen.
Nahtzugabe
Gleichmäßig breite Nahtzugaben erleichtern später das Nähen. Denn bei aufeinander
liegenden Stoffkanten treffen dann auch die Nahtlinien aufeinander. Zeichnen Sie
deshalb rings um die Papierschnittteile die Zugaben mit einem Zentimetermaß und
Schneiderkreide auf den Stoff.
Rechte Seite
Vorderseite eines textilen Gewebes. Die Seite, auf der das Muster zu erkennen ist.
Saum
Der Saum ist die untere Kante des Stoffes. Nachdem die Länge markiert
ist, wird die Saumzugabe nach innen umgeheftet, gebügelt und gleichmäßig auf die
gewünschte Breite zurückgeschnitten. Als Faustregel gilt: 4 cm für gerade, 2 cm für
runde Säume. Dann wird der Saum von Hand oder mit der Maschine angenäht. Dabei
unterscheidet man nicht nur zwischen offenkantig (einfache Stofflage) und
eingeschlagen (doppelte Stofflage), sondern auch zwischen sichtbar und
unsichtbar (hohl angenähte Säume). Bei allen offenkantigen Säumen muss die
Saumzugabe vor dem Annähen versäubert werden. Für welche Art der Saumverarbeitung
Sie sich entscheiden, hängt vom Material, der Schnittform und letztendlich von der
gewünschten Optik des Modells ab.
Steppen
Steppen bezeichnet das Nähen mit der Maschine. Prüfen Sie an einem Stoffrest, ob Ihre Maschine
schöne Steppstiche macht. Wenn nicht, regulieren Sie die Fadenspannung. Und achten
Sie darauf, dass die Nadelstärke zu Ihrem Stoff passt. Näheres über Fadenspannung
und Nadelstärken lesen Sie im Anleitungsheft Ihrer Nähmaschine.
Versäubern
Versäubern Sie Naht- und Saumzugaben mit großen Zickzackstichen oder einem
Overlockstich, um die Nahtzugaben vor dem Ausfransen zu schützen. Dehnen sich
dabei die Stoffränder aus, fassen Sie einfach einen Faden mit. An diesem Faden
können sie die Kanten wieder auf die ursprüngliche Länge zusammenschieben und
anschließend flachbügeln. Rollen sich die Kanten ein, versäubern Sie nicht
genau an der Kante, sondern ca. 1/2 cm daneben. Gut geeignet ist dazu der
elastische Dreistich-Zickzackstich.
Verstürzen
Verstürzen heißt, zwei Schnittteile so zusammenzunähen und zu wenden, dass die
Nahtzugaben dazwischenliegen. Zum Verstürzen legen Sie die Stoffteile
rechts auf rechts aufeinander. Die Kanten, die verstürzt werden sollen, mit
Stecknadeln aufeinanderstecken und entlang den markierten Nahtlinien steppen.
Die Nahtzugabe gleichmäßig auf ca. 1/2 cm Breite zurückschneiden, an Rundungen
mehrmals bis dicht an die Naht einschneiden, an spitzen Ausschnittecken einschneiden,
an Kragenecken die Nahtzugabe schräg abschneiden. Danach die Stoffteile wenden, so
dass die linken Stoffseiten aufeinanderliegen und die Nahtzugabe in der Kante
eingeschlossen ist. Nun noch die Kante heften und bügeln. Heftfaden entfernen
und nochmals bügeln.
Weitere Tipps:
Stumpf gewordene Schneiderkreide können Sie mit einem Messer anspitzen.
Sehr glatte, rutschende Stoffe wie Seide oder Viskose lassen sich besser zuschneiden,
wenn Sie ein Leintuch als rutschhemmende Unterlage verwenden.
Bei gestreiften, karierten oder anderen gemusterten Stoffen können Sie dann den
gewünschten Musterverlauf auf den Probeteilen aufzeichnen und danach die Stoffteile
mustergemäß zuschneiden.
Wenn Sie die Stoffteile ganz exakt mit gleich breiten Nahtzugaben zuschneiden,
brauchen Sie keine Nahtlinien auf den Stoff übertragen. Für die Nähte setzen
Sie einen Kantenfuß an Ihrer Nähmaschine ein, so dass Sie immer im gleichen Abstand
zur Stoffkante nähen können.
Waschen:
Bei Baumwolle und Leinen besteht Einlaufgefahr. Damit Sie später beim
ersten Waschen des fertigen Stückes keine böse Überraschung erleben, den
Stoff vor dem Zuschneiden waschen und evtl. in den Trockner geben.