Gynure, Samtnessel (Gynura)

Tipps, Tricks und Alles über Pflege, Standort und Pflanzenschutz.
Gynure, Samtnessel (Gynura)

Pflanzenfamilie

Asteraceae (Korbblütler)

Allgemein

Wie mit einem violetten Schimmer überhaucht sehen die Blätter der Gynure aus. Am attraktivsten sind junge Pflanzen. Sorgen Sie deshalb von Zeit zu Zeit für Nachwuchs. Leider zählt die Gynura nicht zu den einfachen Pflanzen. Gynuren, zumindest die eine Art, sind bei uns schon seit dem letzten Jahrhundert als Zimmerpflanzen bekannt. Sehr verbreitet allerdings sind sie nicht. Wahrscheinlich tragen zwei Dinge dazu bei: Zum einen riechen die Pflanzen während der Blüte im Frühsommer unangenehm; zum anderen verlieren die Blätter schon nach zwei Jahren viel von ihrer Schönheit, vor allem ihre Farbe. Wer die Pflanze regelmäßig durch Stecklinge vermehrt und die Blütenknospen entfernt, kann aber viel Freude an der attraktiven Pflanze haben.

Arten

Die bekannteste Art, die vor über 100 Jahren aus Indonesien nach Europa kam, ist Gynura aurantiaca. Sie wächst aufrecht, wird bis zu einem Meter hoch, hat dunkelviolett behaarte Blätter und bekommt im Spätherbst orangefarbene Blüten. G. procumbens aus dem tropischen Afrika hat mehr kriechende oder sogar hängende Triebe. Ihre Blüten riechen am stärksten. Erst vor etwa 40 Jahren wurde die dritte Art, G. scandens, aus Ostafrika importiert. Sie eignet sich besonders gut zur Berankung von Gittern und Spalieren. Diese Gynure blüht sehr lange, beginnt schon im April und endet erst im September.

Standort

Die Gynure muss sehr hell stehen, sonst geht die Blattfärbung verloren. Grelle Sonne an einem Südfenster aber verträgt sie nicht. Ideal ist ein Ostfenster mit der milden Morgensonne. Wer die Pflanzen im Sommer nach draußen setzen will, sollte einen regen- und windgeschützten Platz suchen. Im Winter werden die Pflanzen oft unansehnlich, weil das Licht nicht reicht. Suchen Sie das hellste Fenster Ihrer Wohnung, dann auch ruhig ein Südfenster. Gleichzeitig allerdings sollte das Winterquartier kühler sein, mit Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit muss das ganze Jahr über zwischen 50 und 60 Prozent liegen. Sprühen Sie aber nie auf die Blätter.

Pflege

Im Sommer reichlich gießen, aber nie auf die Blätter. Auch im Winter muss die Erde stets leicht feucht sein. Düngen Sie von April bis Anfang September etwa alle drei Wochen, aber nur mit der Hälfte der auf der Packung angegebenen Menge. Im Frühjahr werden die Pflanzen umgetopft. Sie können normale Einheitserde nehmen.

Vermehrung

Gynuren können Sie zu fast jeder Jahreszeit vermehren. Am besten bewurzeln die Stecklinge im zeitigen Frühjahr und im Herbst. Schneiden Sie etwa 10 cm lange Triebspitzen ab und stecken diese in ein Torf-Sand-Gemisch. Die Bodenwärme sollte etwa 20-25 Grad betragen. Damit die neu angezogenen Pflanzen auch schön buschig wachsen, sollten sie in den ersten Monaten mehrmals entspitzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Wenn die Blätter einer Gynure vergrünen und die Pflanze kaum blüht, ist meist ein zu dunkler Platz schuld. Dann treten auch häufig Blattläuse auf. Abspülen ist in diesem Fall nicht angesagt - die Blätter sind auch wasserempfindlich. Am besten sorgen Sie stets für genug Licht und stecken vorbeugend Pflanzenschutzzäpfchen in die Erde. Bei zu viel Sonne können die Blätter verbrennen. Bei Zugluft fallen sie ab.

Extratipp

Die Blüten der Gynure riechen recht unangenehm. Steht die Pflanze in einem kleinen Raum, sollten Sie besser die Knospen rechtzeitig abknipsen.

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