Kübelpflanzen: Stars der Saison

Kübelpflanzen pflanzen, pflegen und überwintern - mit diesen Tipps werden Oleander, Agapanthus und andere Kübelpflanzen im Handumdrehen auf der Terrasse oder dem Balkon heimisch.
Kübelpflanzen einpflanzen, pflegen

Ein Blütenmeer bringt Landflair auf Balkon und Terrasse. Neben täglichen Sonnenstunden brauchen Kübelpflanzen nur etwas Pflege: gießen, regelmäßig düngen und ab und zu Verblühtes entfernen.

In diesem Artikel
Kübelpflanzen kaufen: Worauf soll man achten?
Die drei beliebtesten blühenden Kübelpflanzen
Die richtige Erde für Kübelpflanzen
Kübelpflanzen pflegen
Kübelpflanzen umtopfen
Saisonstart für Kübelpflanzen
Kübelpflanzen überwintern
Die richtige Temperatur für Kübelpflanzen im Winterquartier
Obstbäume als Kübelpflanzen

Kübelpflanzen kaufen: Worauf soll man achten?

Kübelpflanzen verbreiten pure Urlaubsstimmung, spenden Schatten oder schützen als Sichtschutz vor neugierigen Blicken. Streng genommen ist natürlich jede Pflanze in einem größeren Pflanzgefäß eine Kübelpflanze. Man meint damit aber in der Regel Pflanzen aus mediterranen oder subtropischen Ländern, die bei uns nicht winterhart sind. Das sind nur frostfeste Stauden oder heimische Gehölze, die Sie auch in Kübel pflanzen können.

Kübelpflanzen sollten einen kräftigen, gut verzweigten Wuchs haben, sattgrüne Blätter und einen reichen Blütenansatz. Außerdem keinerlei Anzeichen von Krankheits- und Schädlingsbefall wie Fraß- oder Saugspuren an den Blättern zeigen. Achten Sie auch darauf, dass der Wurzelballen gut durchwurzelt ist. Dafür können Sie den Topf im Geschäft ruhig einmal abziehen.

Die Wurzeln sollten außen am Ballen zu sehen sein, wenn man die Pflanze austopft. Fragen Sie nach den Namen der Pflanzen, falls sie kein Etikett haben, damit sie später bei Bedarf die Standort- und Pflegeansprüche nachschlagen können. Wer sehr viele Kübelpflanzen auf dem Balkon haben möchte, sollte auch an das Gewicht der Pflanzen denken. Denn Erde, Töpfe und Wasser können sehr schwer werden.

Die drei beliebtesten blühenden Kübelpflanzen

Schmucklilie (Agapanthus)

  • Blüte: Juli bis September, in Weiß sowie in Violett- und Blautönen
  • Pflege: Im Sommer einmal pro Woche flüssig düngen, Verblühtes kappen.
  • Vermehrung: Große Pflanzen nach der Blüte teilen.
  • Überwintern: Immergrüne hell und kühl bei 5 bis 10 Grad, Gießen nicht vergessen; laubeinziehende Arten in dunklen, kühlen Räumen (z.B. Keller, Garage).

Engelstrompete (Brugmansia)

  • Standort: sonniger, vor starkem Wind geschützter Platz.
  • Blüte: Juni bis Oktober, in Weiß, Gelb und Rottönen.
  • Pflege: Regelmäßig wässern und düngen, am besten mit jedem Gießen schwach düngen.
  • Vermehrung: Stecklinge im August.
  • Überwintern: kühl bei 5 bis 10 Grad. Bei dunkler Überwinterung fallen die Blätter ab. Die Pflanzen möglichst zeitig hell aufstellen, damit sie bis Mai wieder Blätter haben.

Oleander (Nerium oleander)

  • Standort: volle Sonne, durchlässige und nährstoffreiche Erde.
  • Blüte:  Juli bis September, in Weiß sowie in Violett- und Blautönen.
  • Pflege: Wurzelballen gleichmäßig feucht halten, sonst gibt’s gelbe Blätter. Alte, verkahlte Triebe an der Basis abschneiden. Bei sommerlicher Hitze immer Wasser im Untersetzer stehen lassen.
  • Vermehrung: Stecklinge im Sommer.
  • Überwintern: Hell bei 2 bis 10 °C, verträgt Frost bis -5 °C.

Weitere Pflegetipps für Oleander.

Kübelpflanze: Orleander

Oleander ist prima als Kübelpflanze geeignet. An heißen Tagen liebt er stehendes Wasser im Untersetzer.

Die richtige Erde für Kübelpflanzen

Den Pflanzen Halt geben, Wasser und Dünger aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben und dabei immer schön locker bleiben: Die Erde im Kübel muss Schwerstarbeit leisten und ist der einzige Wasserspeicher für die Kübelpflanzen, und das während der ganzen Saison. Normale Gartenerde ist damit überfordert und sackt schon nach Wochen in sich zusammen. Ideal ist spezielle Kübelpflanzenerde aus dem Fachhandel.

Wer viele Kübelpflanzen hat, kann sich die Erde auch selber mischen, und zwar aus je einem Drittel Komposterde, Gartenerde mit Lehm und Rindenhumus aus dem Gartencenter. Dazu kommen noch pro Liter Erde zwei Gramm eines mineralischen Volldüngers.

Kübelpflanzen pflegen

Die wichtigste Pflege ist eine ausreichende Wasser und Nährstoffversorgung. Klingt banal, vor allem große Kübelpflanzen sind im Sommer aber so durstig, dass Sie oft mehrmals am Tag gießen müssen. Daher darf der Kübel nicht zu klein, denn mehr Erde bedeutet einen größeren Wasserspeicher. Bei Wind können hohe Kübelpflanzen umfallen, stellen sie diese daher etwas geschützt auf oder binden Sie am Balkongitter oder dem Regenfallrohr an. Ist das nicht möglich, legen Sie große Steine um den Kübel.

Kübelpflanzen hassen Staunässe und Wasser im Übertopf. Eine Ausnahme ist Oleander, der an heißen Tagen stehendes Wasser im Untersetzer liebt. “Den Kopf im Feuer und die Füße im Wasser”, sagt der Gärtner.

Wer bis in den Spätsommer ein buntes Blütenmeer genießen möchte, sollte Verwelktes laufend herausschneiden. Die Pflanzen stecken sonst ihre ganze Energie in die angesetzten Samen, anstatt weiter in neue Blüten zu investieren.

Kübelpflanzen umtopfen

Umgetopft wird im Frühjahr, bevor die Pflanzen ins Freie dürfen. Sind die Kübelpflanze schon sehr groß und größere Kübel schwer zu bekommen, entfernen Sie die oberste Erdschicht und füllen Sie frische Blumenerde nach. Vier bis fünf Wochen nach dem Umtopfen werden Kübelpflanzen gedüngt, am besten mit einem Langzeitdünger, so dass die Pflanzen dann im Mai durchstarten können. An warmen Vorfrühlingstagen dürfen die Kübelpflanzen dann schon mal an einen geschützten Platz nach draußen, müssen aber unbedingt abends wieder ins Haus oder frostsicher stehen.

Saisonstart für Kübelpflanzen

Stellen Sie Kübelpflanzen möglichst früh ins Freie, damit blühen sie auch früher. Holen Sie Ihre Kübelpflanzen also Anfang April sanft aus dem Winterschlaf und stellen Sie kühl überwinterte Kübelpflanzen etwas wärmer, damit sie austreiben können. Holt man Kübelpflanzen zu spät aus dem Winterquartier, dauert es im Sommer ewig, bis sie blühen. Halten Sie aber bis zu den Eisheiligen immer noch ein Schutzvlies bereit, falls es doch noch einmal frostig wird.

Vorsicht: Kübelpflanzen können einen regelrechten Schock bekommen, wenn sie direkt der prallen Sonne ausgesetzt werden. Stellen Sie die Kübel besser erst einmal bei bewölktem Wetter nach draußen oder in den Schatten. Dunkel überwinterte Kübelpflanzen dürfen erst einmal ins helle Treppenhaus oder in die Diele. Nach einigen Tagen haben die Blätter ein stärkeres Abschlussgewebe gebildet, und die Pflanzen kommen an ihren endgültigen Standort.

Kübelpflanzen einpflanzen, pflegen

Kübelpflanzen müssen sanft aus ihrem Winterschlaf geholt werden. Stellen Sie sie nicht sofort in die direkte Sonne, sondern erst einmal an einen schattigen Platz.

Ältere Kübelpflanzen sind meist groß und schwer. Für den Transport aus dem Winterquartier auf die Terrasse eignen sich Sackkarren mit Ballon- oder Schlauchreifen. Achten Sie darauf, dass diese ein Ventil haben, mit dem Sie den Luftdruck variieren können. Wird der Luftdruck abgesenkt, rollen die Reifen weitaus leichter über Hindernisse hinweg.

Kübelpflanzen überwintern

Häufig strecken Kübelpflanzen noch im Winterquartier dünne, hellgrüne Triebe zum Licht. Da diese brüchig und weich sind, bieten sie Schädlingen ideale Eintrittspforten. Schneiden Sie deshalb alle Triebe auf 3 bis 5 Augen zurück. Damit Geranien (Pelargonien) und Fuchsien Ende April wieder kräftig austreiben und im Sommer üppig blühen, müssen sie rechtzeitig vor dem Ausräumen zurückgeschnitten und von krankem, welkem Laub befreit werden.

Wenn Sie im Herbst nicht dazu gekommen sind, wird es nun höchste Zeit für eine gründliche Reinigung Ihrer Terrakottatöpfe. Moos, Algen und Kalk müssen nicht nur aus optischen Gründen entfernt werden. Die Reinigung verhindert auch, dass sich möglicherweise anhaftende Krankheitserreger ausbreiten. Mit einer Drahtbürste, warmem Wasser und ein wenig Spülmittel rücken Sie dem Belag zu Leibe. Spülen Sie mehrmals mit klarem Wasser nach und lassen Sie die Töpfe dann trocknen.

Die subtropischen Kübelpflanzen müssen vor den ersten Herbstfrösten in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Dort möchten die Pflanzen in der Regel trocken, hell und kühl (zwischen +2 °C und +10 °C) stehen. Das gilt auch für mediterrane Palmen wie die Dattelpalme.

Ideal sind kühle Wintergärten, Kellerräume mit großen Fenstern oder Treppenaufgänge. Laubabwerfende Arten können auch dunkler überwintern. Pflanzen im Winterquartier dürfen nur sehr sparsam gegossen werden, wenn der Ballen ganz ausgetrocknet ist. Dabei gilt: Je dunkler die Pflanzen stehen, desto trockener sollte der Ballen sein.

Tropische Pflanzen wie Bananen und viele Palmen sind empfindlicher und werden nach der Devise “lieber zu früh als zu spät” eingeräumt. Diese Pflanzen werden bei 15°C und hell überwintert.

Manche Pflanzen, wie beispielsweise Agaven, haben kräftige Stacheln, an denen man sich übel verletzen kann. Um das zu verhindern, stecken Sie vor dem Transport einfach Weinkorken auf die Spitzen. Pflanzen mit dornigen Trieben wie Citrusgewächse verpacken Sie für den Transport mit Jute.

Die richtige Temperatur für Kübelpflanzen im Winterquartier

Ist es im Winterquartier zu warm, werden die Pflanzen anfällig für Schädlinge und treiben schon im Winter mit langen, dünnen Trieben aus. Stehen die Kübelpflanzen kühl, sollten sie auch sparsamer gießen.

Überwinterung bei 2 bis 12 °C

  • Schönmalve
  • Akazie
  • Strauchmargerite
  • Erdbeerbaum (Arbutus)
  • Aukube
  • Zylinderputzer
  • Kamelie
  • Hammerstrauch
  • Zitrusgewächse
  • Engelstrompete
  • Korallenstrauch
  • Eucalyptus-Arten
  • Fuchsien
  • Jasmin
  • Lorbeer
  • Oleander
  • Oliven
  • Bleiwurz
  • Feige
  • Granatapfel

Überwinterung bei ca. 15 °C

  • Bougainvillea
  • Zierbanane
  • Hibiscus
  • Palisander
  • Großblättrige Thunbergie
  • Fischschwanzpalme
  • Zwergdattelpalme
  • Cherimoya
  • Papaya
  • Kaffeestrauch
  • Passionsfrucht

Obstbäume als Kübelpflanzen

Obst im Kübel? Das geht! Wenn Sie Zwergapfel oder besonders schlanke Säulenapfel pflanzen, brauchen Sie nicht auf die eigene Ernte zu verzichten und auch keine Leiter. Der Clou: Ein Obstbaum besteht aus zwei Individuen: die Veredlungsunterlage stellt das Wurzelwerk zur Verfügung, die Edelsorte die Krone mit den Früchten. Die Unterlage bestimmt die Größe des Baumes. Je schwächer sie wächst, desto kleiner bleibt der ganze Baum.

Bei den sogenannten “Ballerinas” handelt es sich um Obstbäume, die anders als die Zwergbäume keine Krone im eigentlichen Sinne bilden. Diese speziellen Edelsorten treiben kaum Seitenäste, blühen und fruchten nah am Stamm und werden daher kaum breiter als etwa 40 cm. Sie werden auch Säulenäpfel oder Schnuräpfel genannt. Im Gegensatz zu anderen Obstbaumformen brauchen sie kaum geschnitten zu werden. Zu lang gewordene Seitenäste werden auf 2 bis 3 Seitenknospen eingekürzt – das genügt.

Gemüse- und Obstgarten in Kübeln

Balkongemüse: Tomaten in Balkontöpfen.
Ein Balkongarten verspricht frische Kräuter und Gemüse, er ist schnell angelegt und mit passendem Zubehör ein toller Blickfang.
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