Ausprobiert: Fujifilm X-E1

Wir haben die Systemkamera Fujifilm X-E1 in der Praxis ausprobiert. Die kleine Schwester der X-Pro1 macht beim Fotografieren richtig Spaß und die Bilder sind sehr gut. Ein Feature ließ die X-E1 im Test allerdings vermissen.
X-E1: der erste Eindruck
Solide und gut verarbeitet: der erste Eindruck der X-E1 war durchweg positiv, das Gehäuse liegt gut in der Hand, wirkt aber durch das kantige Design etwas größer als es ist. Für eine Westentaschen-Kamera ist die X-E1 allerdings wirklich zu groß. Neugierige Blicke waren beim Test an der Tagesordnung, das Retro-Design der X-E1 fällt halt auf!
Ausprobiert: Fujifilm X-E1
Griffig und präzise: gefräste Einstellräder der X-E1 von Fujifilm.
Das Motiv betrachtet man entweder mit dem elektronischen Sucher oder mit dem Display. Der Sucher ist mit einer Auflösung von fast 2,4 Pixeln sehr detailreich. Was im Test sofort auffiel: nähert man sich der Augenmuschel, schaltet die Kamera automatisch vom Display auf den OLED-Sucher um. Das Display ist zwar schön scharf, aber leider nicht dreh- oder schwenkbar, was wir bei Überkopfaufnahmen dann doch vermisst haben.

X-E1: Ausstattung & Bedienung

Mit der Bedienung der X-E1 ist man schnell vertraut, an Knöpfe, Daumenrad oder die Stellringe am Objektiv kommt man gut dran. Die Stellräder arbeiten leichtgängig und präzise, nichts klemmt oder verstellt sich aus Versehen.
Der Video-Modus ist über die “Drive-Taste” etwas umständlich zu erreichen. Mit der Bedienung der X-E1 ist man generell schnell vertraut. Sehr vorbildlich ist dagegen das Q-Menü, über das man alle wichtigen Kameraeinstellungen wie ISO, Weißabgleich, Selbstauslöser oder Bildqualität sofort erreichen kann, die Symbole sind selbst erklärend.
Ausprobiert: Fujifilm X-E1
Blick durch den elektronischen OLED-Sucher der X-E1: eine Wasserwaage sorgt für die genaue Ausrichtung der Kamera.
Der Menupunkt “Filmsimulation” der X-E1 hat nichts mit Videos zu tut, dahiner verbergen sich vielmehr verschiedene Farbfilter in Anlehnung an die alte Analogfilme von Fuji. So sind z.B. Schwarz-Weiß Aufnahmen problemlos möglich, aber auch Aufnahmen mit diversen Filtereffekten. Etwas Besonderes ist die Mehrfachbelichtung, mit der die X-E1 zwei Einzelaufnahmen zu einem einzigen Bild kombiniert.
Die X-E1 hat im Vergleich mit ihrer großen Schwester zwar keinen optischen Hybridsucher und ein Display mit weniger Auflösung, dafür aber einen eingebauten Blitz. Diesen empfanden wir im Test sehr nützlich, etwa beim Aufhellen von Gegenlichtmotiven und bei Innenaufnahmen. Wer einen stärkeren Blitz braucht, kann einen externen Blitz auf den vorhandenen Blitzschuh stecken.
Ausprobiert: Fujifilm X-E1
Die Farbwiedergabe der Kamera ist sehr gut und naturgetreu.
Videos nimmt die X-E1 in Full-HD auf, aber leider nur mit 24 Bildern pro Sekunde, weshalb die Videos bei Schwenks schon mal ruckeln. Dafür lässt sich ein externen Mikro anschließen, was für eine exzellente Tonqualität sorgt.
Ausprobiert: Fujifilm X-E1
Auf die X-E1 passen XF-Objektive, M-Objektive passen mit einem Adapter.
Die X-E1 hat wie auch viele Kompaktkameras und Bridgekameras einen Modus für Schwenk-Panoramen, die auch im Hochformat gelingen, was bei hohen Gebäuden oder Bäumen äußert nützlich ist. Außerdem gibt es einen Modus für HDR-Bilder, Autobelichtungsreihen und Serienbilder.

X-E1: die Bildqualität

Unter dem schicken Retro-Gewand werkelt modernste Technik, die für sehr gute Bilder sorgt, so dass sich die X-E1 hinter Spiegelreflexkameras nicht verstecken muss, die Bilder sind gestochen scharf und haben satte und naturgetreue Farben. Der Bildstabilisator im 18-55mm Objektiv erwies sich im Test als zuverlässig und leistungsstark, das Rauschverhalten der Kamera ist absolut vorbildlich und ermöglicht detailreiche Aufnahmen bei wenig Licht.
Ausprobiert: Fujifilm X-E1
Die gewünschte Blende stellt man durch Drehen an einem Objektivring ein.

Für wen ist die X-E1 geeignet?

Auch wenn sich die X-E1 bequem vollautomatisch bedienen lässt, sie ist keine Automatik-Knipse für Anfänger, Motivprgramme sucht man vergebens. Das ist für eine Kamera, die sich in erster Linie an ambitionierte Hobbyfotografen, die keine DSLR herumschleppen wollen, aber auch verständlich. Die liebevoll gefrästen Knöpfe und Stellräder verlangen geradezu nach vollständig oder teilweise manuellen Einstellungen.
Durch ihre hohe Bildqualität ist die X-E1 auch eine ideale Zweitkamera für professionelle Fotografen.

Was kostet die X-E1

Die X-E1 kostet 899 Euro (UVP), mit dem 18-55mm Objektiv gut 1300 Euro.
Infos zur technischen Ausstattung der X-E1
mehr Informationen zur X-E1: www.fujifilm.de
Text: Thomas Heß
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