Beziehung Was Beziehungen beständig macht

Der Psychologe und Bestsellerautor John M. Gottman hat über 40 Jahre untersucht, was Beziehungen beständig macht

Obwohl viele Menschen sich eine feste Beziehung wünschen, scheitern sie oft daran. Sind unrealistische Erwartungen der Grund? Nicht unbedingt, sagt Psychologe und Bestsellerautor John M. Gottman. Er hat über 40 Jahre lang untersucht, was Paare glücklich macht und was sie entzweit.

Gottman sagt: "Donald Baucom, Psychologe an der Universität North Carolina, hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Er hat herausgefunden, dass Menschen, die darauf bestehen, in ihren Beziehun­gen gut behandelt zu werden, wesent­lich häufiger einen respektvollen Umgang mit ihrem Partner erleben als Menschen, die ihre Erwartungen gesenkt haben. Also sind Probleme in der Beziehung nicht unbedingt auf unrealistische Erwartungen zurückzuführen.

Die Schwierigkeiten rühren eher daher, dass die Leute nicht immer wissen, wie sie eine glückliche Beziehung führen können. Dabei gibt es einige Grundprinzipien für glückliche Partnerschaften, die nicht kompliziert sind: Liebe verlangt Aufmerksamkeit. Beziehungen funk­tionieren, wenn wir Respekt und Nähe kultivieren und gemeinsam gut mit Konflikten umgehen. Es ist außer­dem wichtig, die Zukunftspläne des anderen zu unterstützen."

 

Illustration Abenteuer erleben

In seinen Studien kam Gottman zu einer elementaren Erkenntnis: Wie äußerst vorhersehbar Beziehun­gen sind. Er ist überzeugt davon, nach nur 15 Minuten Beobachtung eine klare Prognose abgeben zu können, ob eine Beziehung von Dauer sein oder scheitern wird.

"In 80 Prozent der Fälle lagen wir richtig. Natürlich lässt sich die Einschätzung zum Beispiel durch eine Paartherapie ändern. In den vergangenen 30 Jahren haben wir dieselbe Studie wieder und wieder durchgeführt und Paare bis zu 20 Jahre lang begleitet. Wir haben herausgefunden, dass es bei der Vorhersage zwei entscheidende Faktoren gibt: die Stärke der physiologischen Aktivität eines Paares bei Gesprächen und der Umgang mit Streitpunkten", sagt John M. Gottman.

Illustration Füreinander da sein

Mit physiologischer Aktivität meint Gottman Folgendes: "Wir baten die Paare, sich zusammenzusetzen und 15 Minuten lang über ein Streitthema zu sprechen. Beide Partner waren mit Sensoren verkabelt, die Informationen über ihre Blut­flussgeschwindigkeit, ihre Herz­ und Pulsfrequenz und die Schweißmenge an den Handinnenflächen lieferten. Wir beobachteten die körperlichen Reaktionen und maßen die Menge des ausgeschütteten Adrenalins und Cortisols. Je höher der Anteil beider Hormone während der Gespräche war, desto unwahrscheinlich war es, dass die Beziehung halten würde. Die Partner standen unter Stress, und wenn das Zusammensein ein Gefühl von chronischem Stress auslöst, dann leidet man körperlich."

Das ganze Interview könnt ihr in Flow #28 lesen - jetzt bestellen. Text: Nina Siegal, Sarah Erdmann

Illustratorin Eva Wünsch

In ihren Zeichnungen hält die Nürnberger Illustratorin Eva Wünsch auf den ersten Blick unbedeutende Alltagsmomente fest. "Das ist wie Tagebuchschreiben, es konserviert Momente", sagt sie. Meistens beginnt sie mit einem Fineliner auf Papier und arbeitet dann am Computer weiter.

Die Begeisterung für die Illustration entdeckte sie in ihrem Design­studium. Für Flow gestaltet Eva diverse Überschriften und Zitate. Sie selbst sagt: „Ich umgebe mich gern mit schönen Dingen, aber was bleibt, sind Erinnerungen. Gemeinsame Zeit mit meinen Freunden, wenn scheinbar langweilige Abende unverhofft verrückt werden oder ich mich einfach nur aufgehoben fühle - das ist es, woraus ich nach Jahren noch Kraft ziehe.“

Mehr über ihre Arbeit erfährst du hier:

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