Insektenfreundlichen Garten anlegen: unsere besten Tipps

Den Garten in ein Paradies für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten verwandeln – wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Klee mit Biene
In diesem Artikel
Tipps für die Gartengestaltung und Planung
Blühende Pflanzen und Stauden auswählen
Unterschlupf und Nisthilfen bieten
Giftfreie Gärten: Ökologisch düngen und spritzen
Insektenfreundliches Beet anlegen in vier Schritten

Insekten haben gleich mehrere Funktionen in unserem Garten: Sie sind Bestäuber für viele Pflanzen, sie unterstützen uns im Kampf gegen Schädlinge – und sie selbst sind wiederum Nahrung für Kleintiere und Vögel. Daher gilt: Insekten gehören zum ökologischen Gleichgewicht des Gartens unbedingt dazu – umso tragischer ist es, dass nicht nur Bienen ums Überleben kämpfen, sondern auch viele andere Insektenarten wie Schmetterlinge und Hummeln. Die gute Nachricht: Schon kleine Garten- oder Balkon-Flächen reichen aus, um die Artenvielfalt zu erhalten und insektenfreundlich zu gärtnern. Wir erklären, worauf Sie bei einem insektenfreundlichen Garten achten sollten.

Der insektenfreundliche Garten: bunte, nektarreiche Blüten soweit das Auge reicht

Der insektenfreundliche Garten: bunte, nektarreiche Blüten soweit das Auge reicht.

Tipps für die Gartengestaltung und Planung

Egal ob es sich um ein insektenfreundliches Beet oder gleich den kompletten Garten handelt. Zunächst sollten Sie sich notieren, welche Pflanzen und Beete bereits vorhanden sind und welche Bereiche Sie insektenfreundlich gestalten wollen. Meist ist bei der Bestandsaufnahme bereits einiges dabei, das Insekten Nahrung, Brutmöglichkeiten oder Unterschlupf bietet. Ungeeignete Gewächse können dagegen Alternativen Platz machen. Notieren Sie sich auch die spezifischen Standortbedingungen Ihres Gartens oder Balkons, um später die richtig Pflanzen-Auswahl zu treffen. Hier ein paar Tipps für Gestaltungsmöglichkeiten:

  • Für Anfänger: ein- oder zweijährige Wildblumenwiese bzw. -Beete
  • Für Selbstversorger: Bienenfreundliche Blumenbeete mit anschließendem Gemüsebeet
  • Pflegeleicht: eine Kräuterwiese mit Wildblumen und Wildkräutern
  • Bei fertig angelegten Gärten oder als Test-Lauf: Blumeninseln im Rasen oder „wilde Ecken“ (kleinere Flächen mit Totholz oder Laubhaufen, Trockensteinmauern, kleinere Wasserquellen)
  • Für kleine Gärten und Balkone: Insektenhotels sowie "vertikales Gärtnern“ mit insektenfreundlichen und platzsparenden Kletterpflanzen

Blühende Pflanzen und Stauden auswählen

Damit sich Bienen, Schmetterlinge & Co. in Ihrem Garten tummeln können, benötigen sie vom Januar bis in den späten Herbst hinein ausreichend Nahrung. Bedenken Sie deshalb die unterschiedlichen Blühzeiträume Ihrer Pflanzen und stellen Sie eine bunte, abwechslungsreiche Auswahl zurecht: Greifen Sie zu Frühblühern wie Traubenhyazinthen und Frühlings-Krokussen ebenso wie zu Efeu und weiteren Herbstblühern, um ganzjährig Nektar für Insekten zu bieten.

  • Insektenfreundliche Blumen, z. B. Fingerhut, Schafgarbe "Lachsschönheit“, Sonnenblumen, Nachtkerze, Natternkopf, Cosmee, Nelkenleimkraut, Bechermalve, Wilde Möhre, Wiesenknopf, Moschusmalve, Rote Lichtnelke
  • Insektenfreundliche Kräuter, z. B. Lavendel, Oregano, Thymian, Basilikum, Kapuzinerkresse, Wildkräuter
  • Insektenfreundliche Stauden und Sträucher, z. B. Kornelkirsche, Wildrosen, Weigelien, Deutzien, Immerblühende Mandelweide, Salweide, Purpurleinkraut, Akelei, Eisenhut, Duftnessel, Ehrenpreis, Fetthenne, alle Glockenblumen
  • Insektenfreundliches Obst und Gemüse, z. B. Walderdbeeren, Obstbäume, Gurken, Tomaten, Zucchini
Biene an weißer Hibiskus-Blüte (Hibiscus)

Blüten-Paradies: Insekten wie Bienen lieben den Nektar von Hibiskus.

Unterschlupf und Nisthilfen bieten

Rückzugsmöglichkeiten, die Insekten in Ihrem Garten besonders zu schätzen wissen, sind die meist unberührten und "wilden“ Ecken, wie beispielsweise Tothölzer, Laubhaufen oder Wildkräuter-Streifen. Schaffen Sie bewusst solche Freiräume in Ihrem Garten und schauen Sie dort nur ab und zu nach dem Rechten. Statt wöchentlich mähen Sie Wildkräuterwiesen nur noch 2-3mal im Jahr. Im Herbst muss der Garten nicht radikal sauber gemacht werden – vertrocknete Blütenstängel bieten Insekten Schutz.

Auch Trockensteinmauern bieten einen natürlichen Unterschlupf für eine Vielzahl von Insekten. Mediterrane, wärmeliebende Kräuter sind hierfür eine ideale Bepflanzung, da sie nicht nur pflegeleicht und insektenfreundlich sind, sondern auch wenig Wasser benötigen und vollsonnige Standorte tolerieren. Ein kleiner Gartenteich bietet Libellen und zahlreichen weiteren Insekten ein Zuhause, Insektenhotels sind platzsparende Pendants für Balkone und kleinere Gärten – achten Sie beim Aufstellen auf einen vollsonnigen, aber witterungsgeschützten Standort mit Nähe zu insektenfreundlichen Pflanzen.

Manchmal ist weniger mehr: Lassen Sie vermeintliches Unkraut etwas länger im Garten stehen. Wildbienen wie z. B. Hummeln werden es Ihnen danken.

Manchmal ist weniger mehr: Lassen Sie vermeintliches Unkraut etwas länger im Garten stehen. Wildbienen wie Hummeln werden es Ihnen danken.

Giftfreie Gärten: Ökologisch düngen und spritzen

Ob wucherndes Unkraut oder ungebetene Gäste wie Blattläuse – wer zu Unkrautvernichtungsmitteln und Insektiziden greift, mutet seinen Pflanzen, Wildbienen und anderen Insekten, und nicht zuletzt seinem Boden und dem Grundwasser eine gehörige Chemiekeule zu. Ersetzen Sie chemische Gifte lieber durch Hausmittel wie Brennnesseljauche oder Bio-Dünger, und setzen Sie Nutzinsekten im Kampf gegen Schädlinge ein.

Tipp: Sie suchen nach einer nachhaltigen Mückenabwehr für den Garten? Zitronenmelisse oder Rosmarinsträucher schrecken stechende Insekten ab und sind gleichzeitig Nahrungsquelle für viele Bestäuber.

Insektenfreundliches Beet anlegen in vier Schritten

1) Beet vorbereiten
Alte Wurzeln und Unkraut mit einer Gabel im Ganzen entfernen und den Boden schön auflockern.

2) Erde verbessern
Um dem Boden mehr Fruchtbarkeit zu verleihen, nehmen Sie pro Quadratmeter eine Handvoll Hornspäne und vier Liter Kompost, die sie mit einem Kultivator in die Erde einarbeiten.

3) Pflanzen nach Größe ordnen
Stellen Sie die einzelnen Stauden schon mal auf das Beet: So sehen Sie direkt, ob sich Pflanzen gegenseitig beschatten und ob abwechslungsreiche Höhenunterschiede entstehen.

4) Einpflanzen und angießen
Heben Sie Pflanzlöcher aus und drücken Sie die Stauden nach dem Einsetzen mit den Händen an. Anschließend versorgen Sie sie mit ausreichend Wasser.

Tipp: Wenn Sie die Stauden dichter aneinander pflanzen als auf der Saatgutverpackung angegeben, spart das eine zusätzliche Bewässerung und fördert das Bodenleben.

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Tipp: Tomaten und Gurken sind bei Insekten äußerst beliebt.

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