Wir sind so frei!

Unsere Autorin entdeckte in den letzten Monaten den Wert wahrer Freiheit – und dass diese ein Gefühl ist, das in uns selbst liegt, viel mit Gelassenheit und der richtigen Perspektive zu tun hat – und damit, sich von Ballast zu befreien.
Wir sind so frei!

Vom Wind gepeitscht branden die Wellen an die Badetreppe. Ich lasse mich hineingleiten und fange sofort an zu schwimmen. Während ich mich unter den jagenden Wolken vorwärtsschiebe, werde ich nicht nur langsam warm. Auch meine Gedanken werden freigespült von Sorgen und Grübeleien. Nach wenigen Minuten fühle ich mich eins mit der Welt und – ja – frei. Schwimmen hatte schon immer so einen Effekt auf mich. Es ist kein Wunder, dass ich das Bahnenziehen in diesem Jahr für mich wiederentdeckt habe. Denn das, was ich bisher unter Freiheit verstand, war plötzlich nicht mehr einfach selbstverständlich.  

Hingehen, wohin man will

Zum Nachdenken brachte mich kurze Zeit später ein Treffen mit Malin, der Mutter einer Kindergartenfreundin meiner Tochter. „Weißt du“, sagte sie lächelnd, „ich finde die Situation irgendwie auch ganz entspannend.“ Ich zog verwundert die Augenbrauen hoch. Dann erklärte sie, dass sie ursprünglich mit ihrem Mann und den Kindern eine Reise in die USA geplant hatte, weil eine Verwandte dort heiratete. Das passte weder ins Budget noch in den Zeitplan, aber sie waren zu dem Schluss gekommen, dass sie aus der Verpflichtung nicht herauskamen. „Tja, und jetzt? Bleiben wir hier!“

„Wenn ich (…) feststelle, ihr habt mich eingeschlossen, bin ich darum nicht meiner Freiheit beraubt.“ - JOSEPH BEUYS, DEUTSCHER KÜNSTLER (1921–1986)

Malin hatte sich paradoxerweise gerade deswegen befreit gefühlt, weil sie zeitweilig weniger Freiheiten hatte. Mir fiel ein Interview mit Joseph Beuys ein, das ich vor Jahren an der Uni einmal gesehen hatte: „Wenn ich (…) feststelle, ihr habt mich eingeschlossen, bin ich darum nicht meiner Freiheit beraubt“, hatte der Künstler gesagt. „Dann muss ich damit fertig werden. Aber letztlich nicht anders als ein tibetanischer Mönch, der sich freiwillig einschließt und das als die beste Entwicklung seiner Freiheit annimmt.“

Ihr möchtet wissen, wie es weitergeht? Den vollständigen Artikel lest ihr in der Hygge No. 20.