Titel Was uns heute Halt gibt

Die Welt wird unsicherer, dreht sich immer schneller. Was hilft uns, festen Boden unter den Füßen zu behalten? Was stärkt uns in persönlichen Krisen? Christiane Würtenberger hat Antworten auf große Fragen gesucht.
Kerze Notenblatt Kirche

Vor ein paar Wochen ist meine Tochter nach einem Auslandsschuljahr in den USA wieder nach Hause gekommen, und wir haben sie am Flughafen abgeholt – ein von uns allen lang herbeigesehnter Moment. Aber ich habe mich, als sie so mit ihrem Rollkoffer durch den Ausgang kam, auch daran erinnert, wie ich mich gefühlt habe, als sie im vergangenen Jahr durch die Sicherheitskontrolle ging und einfach weg war: verloren, allein gelassen, so, als habe mir jemand mal eben den Boden unter den Füßen weggezogen.

Für mich ist Gott ein
Fundament, von dem
aus ich gut
losspringen kann.

Mira Ungewitter, Pastorin und Autorin

Es gibt in jedem Leben Phasen, die herausfordernd sind – eine in die Welt hinausziehende Tochter ist da natürlich nur eine kleine Krise. Wenn es in der Beziehung nicht läuft, wir den Job verlieren oder gesundheitliche Sorgen haben, brauchen wir mehr Halt als sonst. Aber wie definiert man Halt? Und wer gibt ihn uns? Wir uns selbst? Andere Menschen? Oder eine Kraft, die größer ist als wir? Ich finde, gerade die Weihnachtszeit ist, trotz aller Hektik, immer noch eine Zeit des Nachdenkens darüber, wie es uns geht und was uns wichtig ist. Es kommen Fragen auf wie: Feiert man Heiligabend bei den Eltern oder zu Hause? Gibt es Verwandte oder Freunde, die allein sind über die Feiertage und die man zu sich einladen sollte? Was kann man tun, damit es für einen selbst nicht zu stressig wird? Und: Geht man mal wieder in die Kirche?

Nochmal auf eine Reise begeben

„Mama, sei bitte nicht traurig“, hat mein Sohn vor vielen Jahren mal zu mir gesagt, „aber ich glaube gar nicht mehr an den Weihnachtsmann.“ Er hat gedacht, er müsste mich trösten. Und vielleicht lag er damit gar nicht so falsch, wie ich zunächst dachte. Denn ich bin ein Mensch, dem Rituale Halt geben. Und gerade mit kleinen Kindern gibt es in der Adventszeit viele schöne Gewohnheiten: Kekse backen, Wunschzettel fürs Christkind schreiben, Lieder singen – oder eben über den Weihnachtsmann sprechen. Aber wenn aus den Minis plötzlich lässige Teenies geworden sind, haben die meistens was Besseres vor. Was bleibt dann von Weihnachten? In letzter Zeit diskutiere ich mit Freundinnen auch wieder Glaubensfragen. Mit Ende 20 bin ich aus der Kirche ausgetreten. Und frage mich jetzt, ob mir nicht doch etwas fehlt. Ich merke: Ich würde mich da gern noch einmal auf die Reise begeben.

Ihr möchtet wissen, wie es weitergeht? Den vollständigen Artikel findet ihr in der aktuellen Ausgabe von HYGGE No. 15