Titel Ein frischer Blick nach vorn

Der Jahresbeginn eignet sich hervorragend, um sein Leben zu entrümpeln und sich zu fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Wie gelingt das? Unsere Autorin hat sich ans Sortieren gemacht - und viele Einsichten gewonnen.
Ein frischer Blick nach vorn

Ich stehe am Fenster und beobachte zwei Fremde unten vor der Haustür. Sie stehen vor der Kiste, die ich vorhin dort abgestellt habe: eine Kiste voll mit Dingen, die ich vor Langem in die Schränke gepackt und fast genauso lange nicht wieder herausgeholt habe. Begeistert tauschen die beiden Gegenstände hin und her. Meine Familie und ich ziehen um und ich nutze die Gelegenheit, um mich von Ballast zu befreien. Und wie das häufig so ist, wenn man beginnt, die Sachen, die das eigene Leben bisher ausgemacht haben, zu ordnen, geht auch im Kopf die große Sortiermaschine los: Welche Dinge, welche Menschen, welche Vorstellungen aus meinem Leben passen noch zu mir? Und welche sollte ich vielleicht lieber ziehen lassen? Bin ich heute die, die ich werden wollte? Oder sollte ich etwas ändern? Und wenn ja, wie komme ich dahin?

Ein frischer Blick nach vorn

Wunsch nach Veränderung

Unten vor der Haustür trägt eine Frau einen Italienisch-Sprachkurs weg. Er stammt aus meiner Studienzeit, damals, als ich ein paar Monate in Mailand wohnte und danach unbedingt weiter die Sprache lernen wollte. Mit jedem Umzug – von der WG in die eigene Wohnung, von der Single- in die Paarwohnung – habe ich das Kursbuch, die CD, das Wörterbuch mitgeschleppt, aber nie wieder einen Blick hineingeworfen. Jetzt, da wir mit unserer Tochter in die Familienwohnung ziehen, nehme ich Abschied: Die Vorstellung von mir selbst als perfekt italienisch parlierender Frau kann ich problemlos mit dem Buch ziehen lassen.

„Die ersten Dinge, die uns in den 

Kopf kommen, sind oft nicht die, 

die wir eigentlich ändern wollen.“

Katharina Tempel, Psychologin und Bloggerin

Dafür wird mir ein anderes Ziel über das Ausmisten und den Umzug klar: Ich möchte in dem neuen Mehrfamilienhaus, in das wir jetzt ziehen, mehr darüber erfahren, wer da mit mir unter einem Dach wohnt. Statt ihnen immer nur kurz im Treppenhaus zu begegnen, möchte ich meine neuen Nachbarn gerne richtig kennenlernen. Diese Art von sozialem Miteinander habe ich bisher eher vermieden, doch jetzt merke ich, wie schön ich es fände, von den anderen mehr zu erfahren als nur ihre Namen auf dem Klingelschild. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein paar Jahre älter oder Mutter geworden bin, auf jeden Fall hat sich in mir etwas verschoben – und diese Veränderung soll ihren Platz bekommen. 

Ihr möchtet wissen, wie es weitergeht? Den vollständigen Artikel lest ihr in der Hygge No. 16