Porträt Cynthias süße Welt

Eigentlich war sie als Tänzerin aus den USA gekommen. Doch vor 20 Jahren begann Cynthia Barcomi, die Berliner mit unwiderstehlichen Kuchenkreationen zu verwöhnen. Ein Besuch im Reich der Back-Königin.
Cynthia Barcomi

Cynthia Barcomi in ihrem Berliner Bistro-Café.

Den Geschmack ihrer Kindheit wird Cynthia Barcomi nie vergessen: „Chocolate Chip Cookies!“, sagt sie und lächelt verzückt. Das passt, denn heute ist die gebürtige Amerikanerin die unangefochtene „Baking Queen“ Berlins, erfolgreiche Backbuchautorin, Besitzerin eines Cafés und eines Deli – in ihrem Fall eine Art Bistro-Café. Dabei war sie 1985 ursprünglich als Tänzerin in die Hauptstadt gekommen – mit einem abgeschlossenen Studium der Philosophie und Theaterwissenschaften und bereit für die Bühnen der Welt. Sie machte Tanztheater, heiratete, bekam zwei Kinder. Und ahnte mit Anfang dreißig: „Tänzerin kannst du nicht ewig sein.“ Ihren geliebten amerikanischen Kaffee hatte sie nie vergessen, auch nicht die vielen Sommer, in denen sie mit „Granny“, ihrer Oma, tagelang gebacken hatte. Und irgendwie war er plötzlich da, der Gedanke, mit einer Kaffeerösterei ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen. Leider lief das Unternehmen schleppend an – Kaffee galt damals eher als Allerwelts- denn als Lifestyleprodukt. Irgendwann aber begann Barcomi, auch selbst gebackene Brownies, Käsekuchen und Cookies auf den Tresen zu stellen. „Das schlug ein wie eine Bombe“, freut sie sich noch heute, und ihr Akzent wirkt dabei so unwiderstehlich wie ihre Törtchen.

Längst ist die Frau aus Seattle weit über die Hauptstadt-Grenzen als „Miss American Pie“ bekannt, und wer einen begehrlichen Blick in die riesige Kuchenvitrine ihres Deli wirft, ahnt, was ihre süßschnäbeligen Fans reizt: Himbeer Ganache, Cupcakes, Apple Walnut Caramel Cake, diverse Cheesecakes – alles inspiriert von Cynthias amerikanischer Heimat. Inzwischen backt die Chefin nicht mehr persönlich für ihre Läden, nur die Rezepte entwickelt sie immer noch selbst – und das am liebsten „morgens im Pyjama, ganz allein in meiner eigenen Küche. Da sprudeln die Ideen nur so“, lacht sie. Was ihr Lieblingsgebäck ist? „Oh Gott, das ist ja, als ob ich mich für eins meiner Kinder entscheiden müsste!“ Davon hat die ehrgeizige Unternehmerin, die mit dem US­Schauspieler Harvey Friedman verheiratet ist, übrigens gleich vier: zwischen sieben und 26 Jahren. Esmé, ihre älteste Tochter, stieg 2009 ins kleine Imperium ihrer Mutter mit ein. Seitdem hat sie den Catering­ und Sondertorten­Bereich ausgebaut und mit Cynthia eine Linie für Küchenutensilien ins Leben gerufen. Ihr aktuelles Projekt ist eine moderne Schürzen-Kollektion. Was dem charmanten Powerpaar wohl als Nächstes einfällt? Man darf gespannt sein.

Barcomi’s Deli und Kaffeerösterei in Berlin

Barcomi’s Deli, Sophie-Gips-Höfe, Sophienstraße 21, 10178 Berlin-Mitte
Barcomi’s Kaffeerösterei, Bergmannstraße 21, 10961 Berlin-Kreuzberg
www.barcomis.de

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