Endlich gibt es wieder frische Walnüsse

Wo Wein wächst, gedeihen auch Walnüsse prächtig. Kein Wunder also, dass Südbadens größte private Plantage in Ettenheim gleich neben Weinbergen zu finden ist. Wir haben den Familienbetrieb der Webers besucht.
Endlich gibt es wieder frische Walnüsse!
In diesem Artikel
Die Bäume werden über 100 Jahre alt
Walnüsse – lecker und dazu kerngesund
Der einzige „Feind“ sind Eichhörnchen
Infos zum Weingut Weber

Wer Walnüsse liebt, fühlt sich hier in Ettenheim unter dem grünen Blätterdach wie im Paradies. Viele Wanderer und Radtouristen auf dem Weg hinauf zum Kahlenberg schätzen die Ecke für ein Päuschen. An die 450 Walnussbäume säumen das Weingut der Familie Weber wie ein dichter Wald. „Mein Opa hat im Krieg Walnussplantagen gesehen und sich gesagt, wenn ich überlebe, will ich auch eine“, beschreibt Michael Weber die Anfänge. 1950 hatte sein Großvater dann am Rande des Städtchens Ettenheim 2,5 Hektar Land erworben und sein Vorhaben wahr gemacht.

Die Bäume werden über 100 Jahre alt

Walnussbäume sind in Südbaden wie in fast allen Weinregionen schon seit Jahrhunderten zu Hause, denn sie brauchen ein mildes Klima. „Früher stand an jedem Haus ein Walnussbaum“, weiß der Enkel. „Nicht nur wegen der Nüsse. Die ätherischen Öle der Blätter halten Insekten ab. Man kann im Sommer unter dem Baum sitzen und wird nicht gestochen.“

Walnussbäume auf Südbadens größter privater Walnussplantage

Über 450 Bäume stehen auf Südbadens größter privater Walnussplantage am Rande des Städtchens Ettenheim. Die Hälfte wurde schon Anfang der 50er-Jahre gepflanzt

„Hier in der Region war mein Opa aber der Erste, der Walnüsse in größerem Stil anbaute“, erzählt der Plantagenbesitzer. „Außerdem war er der Erste, der veredelte Bäume pflanzte. Die Setzlinge stammten aus dem Périgord und Grenoble.“ Die Nüsse sind deshalb etwas größer als die der heimischen Sorten.

Vor rund zehn Jahren bepflanzte die Familie Weber dann weitere 2,5 Hektar mit jüngeren Bäumen und besitzt seither Südbadens größte Walnussplantage. Allerdings: „Walnussbäume pflanzt man eigentlich nicht für sich, sondern für die nächste Generation“, weiß Michael Weber. Die Bäume beginnen erst ab einem Alter von zehn bis 20 Jahren Früchte zu tragen. Sehr gute Erträge erzielt man ab einem Alter von 40 Jahren. Ein Baum liefert in guten Jahren, wenn das Wetter stimmt und kein später Frost im Frühling die Blüten schädigt, bis zu 150 Kilogramm Nüsse. Da kommt einiges zusammen, denn ein Walnussbaum wird weit über 100 Jahre alt.

70 Jahre alte Walnussbäume

Die älteren Bäume auf Michael Webers Plantage sind fast 70 Jahre alt. Mit 25 bis 30 Metern Höhe haben sie ihr „Erwachsenenmaß“ erreicht und wachsen nun nicht mehr weiter in die Höhe. Früchte tragen sie aber noch mindestens 30 bis 40 weitere Jahre

Walnüsse – lecker und dazu kerngesund

Frisch geerntete Walnüsse

Die Walnuss gilt als die Königin der Nüsse. Sie enthält zwar rund 60 Prozent Fett, doch das hat eine ganz besondere Zusammensetzung. Vor allem stecken in den Nüssen die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in dem idealen Verhältnis eins zu vier. Diese Substanzen schützen das Herz, halten das Gehirn fit und senken den Cholesterinspiegel. Schon eine Handvoll am Tag reicht aus. Die Gerbstoffe in den Blättern und grünen Schalen werden in der Naturheilkunde zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Wunden genutzt, weil sie Entzündungen hemmen, die Heilung beschleunigen und die Haut bei der Regeneration unterstützen.

Der einzige „Feind“ sind Eichhörnchen

Viel Arbeit hat man übers Jahr mit den Bäumen nicht. „Man muss unter den Bäumen mähen und im Herbst die Nüsse täglich aufsammeln, waschen und trocknen, damit sie nicht schimmeln. „Einziger natürlicher Feind für uns sind im Herbst die Eichhörnchen, die uns die Nüsse klauen“, grinst Michael Weber. Im Sommer werden zudem um den Johannistag am 24. Juni grüne Nüsse gepflückt. Aus denen macht Mutter Margot Walnusslikör und schwarze Nüsse, die „Trüffel Südbadens“, die es nur in begrenzter Menge direkt auf dem Weingut zu kaufen gibt.

Ernte frischer Walnüsse

In der Erntezeit ist es wichtig, die frischen Nüsse zügig aufzusammeln. Liegen sie länger als zwei Tage auf dem Boden, werden sie schnell schwarz und schimmeln – vor allem bei feuchtem Wetter

Die Walnüsse machen bei den Webers aber nur einen kleinen Teil des Betriebs aus. Hauptsächlich lebt die Familie von ihrem Weingut. Michaels Schwester führt auf dem Gelände in Ettenheim außerdem ein Restaurant, das neben leckeren regionalen Speisen einen fantastischen Blick über die Rheinebene bis in die Vogesen bietet. Ein Besuch bei den Webers lohnt sich also nicht nur zur Walnusszeit!

Infos zum Weingut Weber

Michael Weber, der "Herr der Nüsse"

Der „Herr der Nüsse“ ist in Ettenheim heute Michael Weber. Er bewirtschaftet neben der Walnussplantage auch ein großes Weingut

Weingut Weber, Im Offental 1, 77955 Ettenheim, Tel.: 07822/894848, www.weingut-weber.com