Hüttenschlafsäcke: Welcher passt zu mir?

Wer für den Wanderherbst eine mehrtägige Tour in den Alpen plant, braucht einen geeigneten Hüttenschlafsack. Jürgen Knippschild, Mitinhaber und Einkäufer bei „7 Sachen“, einem Freiburger Fachgeschäft für Schlaf- und Rucksäcke, verschafft uns einen Überblick.
Schlafzimmer in einer Berghütte

Warum braucht man überhaupt einen Hüttenschlafsack?

Hüttenschlafsäcke sind aus hygienischen Gründen Pflicht auf den Hütten. Warme Decken und Kissen sind immer vorhanden, aber die können ja nicht ständig gewaschen werden. Da ist es auch einfach angenehmer, im eigenen Schlafsack zu liegen.

Es gibt ja den Klassiker, der früher „Jugendherbergsschlafsack“ hieß, und die Mumienform. Was nimmt man für die Hütte?

Ganz klar den Klassiker, heute "Travelsheet" genannt. Darin hat man mehr Bewegungsfreiheit, und die Öffnung zum Reinschlüpfen ist größer. Die Mumienform verwendet man eher als Inlett im eigenen Schlafsack, wenn man ihn nicht so oft waschen möchte oder temperaturmäßig aufrüsten will.

Inzwischen sind ja neben der Baumwoll-Variante noch viele weitere Spielarten auf dem Markt. Welches Material leistet was?

Mit Baumwolle ist man weiterhin gut dabei, wobei die ägyptische Baumwolle viel mehr kann als die herkömmliche: Man kann sie zu deutlich dünnerem Garn verarbeiten, weshalb der Schlafsack viel dünner und leichter ist und auch deutlich schneller trocknet.

...und auch viel teurer ist?

Ein bisschen – wir reden da über etwa 35 Euro statt ca. 20. Wer’s noch leichter möchte (ca. 160 statt 260 Gramm), nimmt Seide. Sie ist temperaturausgleichend, leicht antibakteriell, müffelt nicht so schnell und trocknet ruckzuck. Einen Seidenschlafsack kann man an einem Ruhetag auch mal kurz durchwaschen. Kostet um die 50 Euro.

Jürgen Knippschild, Mitinhaber und Einkäufer bei „7 Sachen“

Jürgen Knippschild

Was gibt es sonst noch?

Mikrofaser ist auch leicht, hat ein kleines Packmaß, trocknet schnell und ist günstig, aber sie fühlt sich synthetisch an, manche Leute schwitzen darin schnell. In den letzten Jahren kommt auch vermehrt Merinowolle zum Einsatz: Geruchsneutral, super Wärmeregulierung, jedoch deutlich schwerer und größer – und da sind wir bei 70 bis 80 Euro.

Wie sieht es mit den Größen aus?

Die gängigen 80 x 220 Zentimeter passen fast allen. Für sehr kleine oder sehr große Menschen gibt es auch S- und XL-Größen.

Was empfehlt ihr als Allrounder?

Die (ägyptische) Baumwolle: Haptik und Gewicht sind gut, Preis/Leistung auch – und mit dem gesparten Geld kann man sich noch ein Viertel Wein auf der Hütte leisten...