Unterwegs Brot, Holz, Kosmetik, Mitarbeiter: Im „Gerstl“ ist alles aus Südtirol

Natürlich begeistert die Lage des Hotels mit der grandiosen Aussicht. Doch das wirklich Besondere am „Gerstl“ ist die „r30-Philosophie“: Lebensmittel, Baumaterial und Mitarbeiter – hier wird viel Wert auf Regionalität gesetzt
Land und Berge

Egal ob es regnet oder schneit: Der Willkommensaperitif am Dienstagabend auf der Hotelterrasse findet immer statt. Schon am Nachmittag baut das Küchenteam Stehtische auf und bereitet die Feuerschalen vor, die nach Sonnenuntergang für wohlige Wärme sorgen. Sauerkrautsuppe brodelt in einem Topf. Es gibt Probierteller mit Polenta, Südtiroler Speck, Kaminwurzn und hauchdünne Scheiben vom Bündner Fleisch. Es ist „r30-Tag“ im Hotel „Das Gerstl“ – und an diesem Tag werden ausschließlich Produkte aus der Region serviert.

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„Glück ist da, wo man die Zeit vergisst“, steht im Hotelprospekt. Hier könnte so ein Ort sein. Im Restaurant genießt man auch den spektakulären Ausblick.

Gemeinsam mit Küchenchef Rafael wählt Gastgeber Lukas Gerstl die besten Lieferanten aus einem Umkreis von 30 Kilometern aus. Der Apfelsaft kommt aus dem Vinschgau, das saisonale Gemüse vom benachbarten Bauern und das Brot vom lokalen Bäcker. Bestes Fleisch vom Jungrind steuert übrigens auch der Onkel bei, dessen Bauernhof in unmittelbarer Nähe zum Hotel liegt. „Das Gerstl“ ist von der ersten Stunde an ein familiengeführtes Hotel. Und schon im Gasthof der Großeltern war Regionalität großgeschrieben – „ohne dass man es natürlich wusste. Aber das haben wir einfach konsequent fortgeführt“, erzählt Lukas Gerstl, der die Leitung des Hotels vor sieben Jahren vom Vater übernommen hat. Schwester Sarah ist fürs Marketing zuständig. „Natürlich bedeutet das auch höhere Kosten für uns“, sagt sie, „aber wir machen das aus Überzeugung.“

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 Brot und Gebäck stammen vom Bäcker aus dem Ort

Gerade zur Winterzeit ist allerdings die gesamte Kreativität des Küchenchefs gefragt, um aus den zur Verfügung stehenden Produkten ein raffiniertes Menü zu zaubern. Die ersten überzeugenden Probiererle gab es auf der Terrasse. Drinnen beim Abendessen geht es lecker weiter: ein Drink von der Birne oder hausgeräucherte Forelle, rosa gebratenes Lamm oder Reibekartoffeln mit Almkäse und Zupfsalat. Zum Abschluss dann Bratapfel-Pannacotta – oder lieber die Spezialitäten von der Hofkäserei Englhorn aus Schleis mit Chutneys vom Buffet? Man kann sich kaum entscheiden.

Für Familie Gerstl endet die „r30- Philosophie“ jedoch nicht in der Küche. Das Zirbenholz, das als Baumaterial verwendet wurde, stammt aus dem Langtauferer Tal, der Marmor aus Laas und der Granitstein, mit dem das Dampfbad ausgekleidet ist, aus dem Martelltal. Zum Programm des Wellnessbereichs gehören verschiedenste Massagen, Körper- und Gesichtsbehandlungen – und auch da kommt nur Südtirol auf die Haut: Öle aus Johanniskraut, Ringelblume oder Nachtkerze, Peelings aus Marillen, Latschenkiefer oder einer Apfel-Marmorstaub-Mischung. Selbst bei den Mitarbeitern und den Handwerkern gibt es keine Ausnahme. „Das ist alles nicht so einfach und geht auch nicht von heute auf morgen“, betont Sarah Gerstl. Aber viele Gäste kommen, weil ihnen auch im Urlaub Nachhaltigkeit wichtig ist.

Der einzige Grund ist es jedoch nicht. Da ist auch noch die außergewöhnliche Lage des Hotels: „Das Gerstl“ schmiegt sich an einen sonnenbeschienenen Südhang oberhalb von Burgeis. Der Blick reicht weit ins Vinschgau hinein. Eingerahmt wird das Bild von den mächtigen Ötztaler Alpen und der Ortler-Gruppe. Dieser Ausblick ist im Vier-Sterne-Superior-Haus allgegenwärtig: vom Infinity Pool, aus der Weitblick-Panorama-Sauna, dem Restaurant oder aus den Zimmern. Am liebsten möchte man das Hotel gar nicht verlassen – wenn nicht Seniorchef Martin hin und wieder zur Winterwanderung oder Skitour auffordern würde. Die Schönheit der Vinschger Bergwelt hat eben auch ihren Reiz.

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Drei Generationen auf einem Bild: Das „Gerstl“ ist ein So gemütlich das Hotel auch ist, Selbst von der Sauna und vom Infinity Pool Familienunternehmen – und alle helfen mit

INFO & SERVICE

  • Tipp: Langläufern ist das Langlaufzentrum in Schlinig zu empfehlen, und Skifahrer genießen Pistenkilometer am Hausberg Watles oder in einem der anderen nahe liegenden Skigebiete. Schnell in den Schnee geht es dank kostenlosem Hotelshuttle. Infos zur Region unter www.vinschgau. net/de/obervinschgau
  • Kontakt: „Alpin & Relax Hotel DAS GERSTL“, Landstraße Schlinig 4, I-39024 Mals im Vinschgau, Telefon: 00 39/4 73/83 14 16, www.dasgerstl.com