Design House Stockholm: neues Museum für schwedische Glaskunst in Boda

Das Design House Stockholm startet eine “kulturelle Revolution” in Boda. Über 10.000 Besucher haben bereits das im Juni 2011 neu eröffnete Kreativzentrum im weltweit bekannten, schwedischen Glasreich besucht.
Das neue Museum “The Glass Factory” mit seiner großen Sammlung und erlebnisorientiertem Programm, das neu gegründete Glasstudio “Vet Hut” und der skandinavische Designstore “Open” in einer Markthalle mit über 1.000 m2 Ausstellungsfläche bilden eine attraktive Kombination für Designfans aus aller Welt.
Hinter dem Engagement für das neue Zentrum in Boda stehen das Design House Stockholm und die Gemeinde Emmaboda, die gemeinsam ein Stück schwedisches Kulturgut bewahren und gleichzeitig spannende Zukunftsperspektiven für den Standort Boda bieten wollen.
Bereits 1864 wurde das Unternehmen “Boda Blassworks” gegründet, das maßgeblich an der Erfolgsgeschichte skandinavischer Glaskunst mitgeschrieben hat. 1947 entwickelte Manager Erik Rosén für die Firma ein neues Design-Profil: Er engagierte den jungen Designer Erik Höglund, was zur international bedeutenden “Art Glass Revolution” führte. Höglund brach mit seiner experimentellen Arbeitsweise mit den handwerklichen Konventionen der Glasherstellung und sorgte mit seinen Kunstglasobjekten weltweit für Aufsehen. So arbeitete er beispielweise mit Sägespänen und Kartoffelschalen, um Blasen im Glas zu erzeugen. Selbst Superstars wie Elvis Presley waren von der Boda-Handwerkskunst beeindruckt.
Design House Stockholm: neues Museum für schwedische Glaskunst in Boda
Das Museum "The Glas Factory". Foto: Miki Anagrius
Rosén setzte weiterhin auf junge Designer, die das Sortiment mit bunter, moderner Glaskunst bereicherten. Ende der 70er Jahre war Boda nicht nur kommerziell erfolgreich, sondern auch ein Touristenmagnet mit bis zu 250.000 Besuchern pro Jahr. Nachdem die Geschäfte schlechter liefen, musste die Glasproduktion unter dem Besitz von Royal Copenhagen 2003 eingestellt werden.
Anders Färdig, der Gründer vom Design House Stockholm, startete seine Karriere in den frühen 70ern bei Erik Rosén und ist daher persönlich mit Boda verbunden. Er selbst löste seinerzeit eine kleine Revolution bei der Gründung seines Unternehmen aus: Anstatt Designer zu engagieren, die lediglich die Vorstellungen des Hauses umsetzen, drehte er den Spieß um. Noch heute fungiert das Design House Stockholm als eine Art Verlagshaus für unabhängige Designer, die ihre Ideen präsentieren und sie gemeinsam mit dem Unternehmen für die kommerzielle Produktion entwickeln.
Mit dem neuen Kreativzentrum will das Design House Stockholm Boda mit frischen Impulsen zu alter Stärke verhelfen. Dabei setzt das Unternehmen auf betehendes Know-How bei gleichzeitiger Förderung von kreativen, ambitionierten Desingideen.
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